Geislingen/Kreis Göppingen Unterbringung von Flüchtlingen: Neues Angebot

Geislingen/Kreis Göppingen / ROD 30.09.2013
Am Freitagnachmittag hat der Verwaltungsausschuss des Kreistags in nichtöffentlicher Sitzung über die Unterbringung von Asylbewerbern in Geislingen entschieden. Dazu lag dem Gremium ein neues, weitergehendes Angebot aus dem Geislinger Rathaus vor.

Deswegen hoffen Stadtverwaltung und Gemeinderat von Geislingen, dass die Kreispolitiker dieses Angebot aufgreifen und damit im Gegenzug darauf verzichten, das Martin-Luther-Haus mit über 80 Asylbewerbern zu belegen. Eine offizielle Mitteilung darüber, wie das Kreistagsgremium entschieden hat, liegt bislang nicht vor.

Wie berichtet, hatten sich Oberbürgermeister Wolfgang Amann und alle Gemeinderatsfraktionen vehement dagegen ausgesprochen, dass das Landratsamt das Martin-Luther-Haus zur großen Sammelunterkunft für politische Flüchtlinge in Geislingen macht. Ein auswärtiger Bauinvestor, in dessen Eigentum sich das frühere evangelische Gemeindehaus befindet, hatte dem Landkreis das Objekt angeboten. Demgegenüber plädierte der Gemeinderat für eine dezentrale Unterbringung und gleichmäßige Zuweisungen an alle Städte und Gemeinden jeweils nach deren Einwohnerzahl.

Landrat Edgar Wolff stellte der Stadt daraufhin ein Ultimatum: Sie müsse sofort mehr alternative Gebäude für Asylbewerber zur Verfügung stellen als zunächst, sonst greife das Landratsamt notgedrungen auf das Luther-Haus zurück. Es forderte von Geislingen sofort 50 Plätze, mittelfristig 100.

In einem Schreiben machte Amann Wolff mittlerweile ein neues Angebot: Im Übergangswohnheim Bergwiesen kämen sofort zehn Personen unter, weitere 30 in einem Gebäude der GSW in der Auchtweide - drei Wohnungen à 90 Quadratmeter. Geislingen, so der OB weiter, sei außerdem bereit, wenn notwendig, im kommenden Jahr weitere Wohngebäude zur Verfügung zu stellen. Allerdings müssten die vorher saniert werden.