Geislingen an der Steige Über Inklusion diskutiert

Geislingen an der Steige / ECKHART KLEIN 12.12.2013

Auf Einladung des Geislinger Stadtbehindertenrings STeiGle und der Grünen im Helfensteiner Land besuchte der sozialpolitische Sprecher der grünen Landtagsfraktion Thomas Poreski den offenen grünen Stammtisch im Geislinger Mehrgenerationenhaus. "In Geislingen gibt es viele Barrieren wegzuräumen", leitete Gisela Kohle für den Stadtbehindertenring die Gesprächsrunde ein, zu der gut 20 Interessierte, viele selbst mit Handicap, gekommen waren. Sie beklagte mangelndes Gehör bei der Verwaltung und dass Betroffene häufig in eine Bittstellerrolle gedrängt werden.

Poreski referierte über die UN-Konvention zu Rechten von Menschen mit Behinderungen. Im kommenden Jahr soll eine Neufassung des Landesbehindertengleichstellungsgesetzes verabschiedet werden. Teilweise gegen gewaltige Widerstände, auch aus den Ministerialverwaltungen, aber in Kooperation und Abstimmung mit allen Beteiligten, soll es eine Art "Best of" aus den Erfahrungen und Gesetzen aller Bundesländer werden.

Die Landesregierung wird künftig auf Kreisebene unabhängige hauptamtliche Behindertenbeauftragte unterstützen und finanzieren. Sie sollen auch Anhörungs- und Vorschlagsrecht erhalten. Da Menschen mit Behinderungen häufig von den Verwaltungen ihre Rechte vorenthalten werden, manche aber nicht in der Lage seien, selbst ihr Recht vor Gericht einzuklagen, sei es entscheidend, sie durch derartige Institutionen zu unterstützen.

Diskutiert wurde auch die Inklusion von Schulkindern. Während in manchen Landkreisen bereits 50 Prozent der Kinder mit Behinderungen mit großem Erfolg Regelschulen besuchen, gibt es andernorts große Skepsis. Die Wahlfreiheit der Eltern zwischen Sonder- und Regelschule soll weitgehend durchgesetzt werden.

Eckhart Klein, Ortsvorsitzender der Grünen, mahnte bei Planungs- und Bauvorhaben eine selbstverständliche und frühzeitige Einbindung Betroffener an, um nur schwer und teuer zu korrigierende Fehlplanungen zu vermeiden.

Auf den nicht barrierefreien Geislinger Bahnhof angesprochen, versprach Poreski seine Unterstützung. Im Interesse der Bürger Geislingens bestehe dringender Handlungsbedarf, so der einhellige Tenor.

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