Geislingen an der Steige Trommelkurs macht allen Spaß

Trommellehrer Komko Adade (rechts hinten) gibt den Rhythmus vor.
Trommellehrer Komko Adade (rechts hinten) gibt den Rhythmus vor. © Foto: Alexandra Meier-Schmidt
Geislingen an der Steige / ALEXANDRA MEIER-SCHMIDT 23.04.2016
32 Jungen und Mädchen des Kinderhauses der kleinen Siedlungsstrolche haben vor Kurzem mit ihren Papas an einem Trommelkurs teilgenommen.

"Wen das Leder ruft, der kommt!" So lautet ein afrikanisches Sprichwort. Nach diesem Motto strömten kürzlich 32 Kinder mit Papas, Onkeln und Brüdern zum Trommeln ins Kinderhaus der kleinen Siedlungsstrolche. Das Leder - das war in diesem Fall die Trommel von Komko Adade, einem gebürtigen Togoer und Trommellehrer aus Geislingen.

"Trommeln ist kulturübergreifend, und jeder gehört ganz einfach dazu", sagt Erzieherin Susanne Vogel. Das spiegelte die bunte Mischung der Teilnehmer aus zehn Ländern wieder. Als Einstimmung erzählt Komko Adade von der Wichtigkeit der Trommeln: "Bereits lange Zeit vor der Erfindung des Telefons und des Handys wurden damit Nachrichten und Botschaften geschickt."

Dann wurde es Zeit, die Trommeln sprechen zu lassen. Eine Gruppe setzte sich im Turnraum mit Komko Adade an die mehr als 30 großen und kleinen Trommeln. Viele der afrikanischen Bechertrommeln, genannt Djembé, stammen aus dem privaten Besitz des Trommellehrers. Nachdem der Meister eine sehr beeindruckende Demonstration seiner Trommelkunst gegeben hatte, waren die Teilnehmer dran - zuerst jeder, wie er wollte. Dann gab Komko einen Rhythmus vor, und alle sollten miteinstimmen. Da-tschin-tschin-da, Da- tschin-tschin-da, Da-tschin- tschin-da - für diesen Takt wird die Trommel erst außen, dann zweimal in der Mitte und wieder außen geschlagen.

Was sich einfach anhörte, war in der Gruppe nicht so leicht umzusetzen, wie die Teilnehmer schnell feststellten. Aber viele Kinder zeigten ein sehr gutes Rhythmusgefühl. Und während mancher Erwachsene noch grübelte, hatte es der sechsjährige Denny schon lange begriffen: "Da-tschin-tschin-da, das ist doch ganz einfach." Die Gruppe sollte nicht nur lernen, einen Rhythmus zu trommeln, sondern auch aufeinander zu hören und sich einzufühlen. Zum neuen Trommelrhythmus kam ein Lied: "Enyo, Enyo, Enyo - Enyo. Enyo, enyo, enyo - Eenyo Nusia nusi mauwa. Eenyo Nusia nusi mauwa - Eenyo", so klang es durch den Turnraum.

Während Adade mit der einen Gruppe trommelte, lernte die andere den Trommelgott "Haireti Efendi" kennen und übte mit Praktikantin Anna Bleher eine Mitmach- und Mitsinggeschichte ein. Dabei spielten die Kinder auf selbst gebastelten Trommeln und sangen das Lied vom Trommelkönig von Kalimbo. Die Kinder tauchten ganz in die Geschichte ein und die Papas klatschten den Rhythmus dazu. "Die Erwachsenen bekamen so einen kleinen, aber interessanten Eindruck davon, was die Kinder im Kinderhaus alles so machen", sagt Erzieherin Maria Oswald. Die Gruppen tauschten nach einer Dreiviertelstunde, sodass die Teilnehmer alles miterleben konnten.

Die Trommeln hatten fleißige Helfer vorbereitet: Ein Tontopf mit einem Durchmesser von 24 Zentimetern diente als Klangkörper, und mehrere Lagen Transparentpapier bildeten die Trommelhaut. Die Kinder durften die Trommeln selbst noch verzieren. Zum Abschluss trafen sich alle im Turnraum und sangen und trommelten gemeinsam.

Die Rückmeldungen der Teilnehmer zeigten, dass der Tag für jeden etwas Interessantes gebracht hatte. Der Onkel der sechsjährigen Isabell sagte beispielsweise: "Das Gestalten der Trommel ist für mich das Beste gewesen."

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