"1912 - das Jahr, in dem die Titanic sank. Ebersbach, Deutschland und die Welt", lautet der Titel der Schau, die bis Herbst im Stadtmuseum zu sehen ist. Die erste Sonderausstellung in der Alten Post schlägt einen weiten Bogen. "Der Untergang der Titanic ist fast jedem ein Begriff", sagt Museumsleiter Uwe Geiger.

Auch die Ebersbacher konnten über das Unglück lesen. Zwölf Artikel widmete die "Ebersbacher Zeitung" vom 17. April bis 4. Mai 1912 dem tragischen Geschehen auf dem Atlantischen Ozean. Die Beschäftigung mit der Lokalzeitung verdeutliche jedoch, dass die Leute nahe liegende Ereignisse wie ein Zeppelin-Absturz im selben Jahr oder der Balkankrieg mehr interessiert hätten, meint Geiger.

Spannend findet der Museumsleiter, wie der Alltag der Menschen zwei Jahre vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs aussah. "Die Wenigsten wissen heute noch etwas darüber." Eingebettet in die historischen Ereignisse in Deutschland und der Welt, will die Ausstellung anhand der Zeitung und Gegenständen aus dem Museumsfundus einen Eindruck vermitteln, wie die Menschen in Ebersbach lebten. Allein die reich bebilderten Seiten aus dem Anzeigenteil der Zeitung sind aufschlussreich. Ganzseitige Annoncen eines Stuttgarter Kaufhauses lassen den Rückschluss zu, dass die Ebersbacher bereits vor 100 Jahren zum Einkaufen in die Stadt gingen. Heutzutage würde man von Kaufkraftabfluss sprechen.

Auch das Bild, das ein 14-Jähriger zu seiner Konfirmation bekommen hatte, erzählt eine Geschichte: Zwei Jahre später starb der junge Bünz-wanger auf dem Schlachtfeld.

Dass Geschichte kurzweilig und bisweilen durchaus mit einem Augenzwinkern betrachtet werden kann, zeigt eine Büste des Kaisers Wilhelm II., auf die Geiger eine eigens für den Monarchen entworfene Bartbinde montiert hat. "Heute darf man das", meint der Museumsleiter und fügt schmunzelnd hinzu: "1912 wäre das Majestätsbeleidigung gewesen."

Info Die Ausstellung im Ebersbacher Stadtmuseum ist bis 3. Oktober sonntags von 14 bis 17 Uhr und donnerstags von 14 bis 18 Uhr geöffnet.