GZ-Aktion Treffpunkt hilft Flüchtlingen bei Jobsuche

Sozialpädagoge Fabian Schaeberle von der Caritas (hinten) und sein Team beraten jeden Montagnachmittag etwa zehn Geflüchtete, die auf Arbeitssuche sind.
Sozialpädagoge Fabian Schaeberle von der Caritas (hinten) und sein Team beraten jeden Montagnachmittag etwa zehn Geflüchtete, die auf Arbeitssuche sind. © Foto: Markus Sontheimer
Geislingen / Stefanie Schmidt 26.06.2018

Anträge für BAföG oder Kindergeld ausfüllen – solche Aufgaben erfordern Zeit und vor allem Durchblick, genauso wie Bewerbungen um einen Job. Damit vor allem Menschen, deren Muttersprache nicht Deutsch ist, damit nicht alleine sind, gibt es seit Anfang Januar den Treffpunkt „Dreimal B“ von Diakonie und Caritas. Jeden Montag von 14 bis 17 Uhr unterstützen Petra Krieg und Fabian Schaeberle von der Caritas sowie zwei Ehrenamtliche geflüchtete Menschen bei der Suche nach einer Arbeitsstelle und beim Ausfüllen von Behördenformularen.

Möglich gemacht haben dies auch die Leser der GEISLINGER ZEITUNG: Mit Unterstützung der GZ-Aktion „Gemeinsam geht’s besser“ wurden die technische Ausstattung wie Laptop und Drucker sowie Material für Bewerbungsmappen angeschafft und die Schulung der Ehrenamtlichen gesichert.

„Das Angebot wird sehr gut angenommen“, sagt Fabian Schaeberle. An jedem Öffnungstag kämen etwa zehn Besucher in die Räume in der Moltkestraße direkt neben dem Kaffeehaus der Diakonie. Nebenan findet zur selben Zeit das „Café Welcome“ statt, in dem sich regelmäßig Flüchtlinge und Einheimische treffen. Die gleichzeitigen Öffnungszeiten sind kein Zufall: Als der Treffpunkt „Dreimal B“ startete, kamen Mitarbeiter ins Café Welcome, um auf das Angebot im Nachbarhaus aufmerksam zu machen, und die Ehrenamtlichen schicken immer wieder Besucher zur Beratung nach nebenan.

Etwa 90 Prozent der Treffpunkt-Besucher suchen Unterstützung bei der Jobsuche, sagt Schaeberle. Die Altersspanne ist groß: „Zwischen 18 und 58 ist alles dabei.“ Genau so unterschiedlich sind auch die Qualifikationen: „Von Menschen, die nie eine Schule besucht haben bis zum Thorax-Chirurgen“, so schildert Schaeberle die Bandbreite. Die Mehrheit habe eine Ausbildung oder Berufserfahrung, ein abgeschlossenes Studium sei aber eher selten.

Eine Schwierigkeit bei der Jobsuche sei, dass die Berufe, die die Menschen in ihren Heimatländern ausgeübt haben, nicht immer den hiesigen Berufsbildern entsprächen. „Deshalb gehen wir weg von den klassischen Berufsbezeichnungen und setzen die Fähigkeiten in den Fokus.“ Ein weiteres Problem sei teilweise die Anerkennung der ausländischen Abschlüsse. Aber auch hier seien die Voraussetzungen ganz unterschiedlich: Manche kämen ganz ohne Unterlagen, andere könnten Studienabschlüsse nachweisen.

Wichtig sei vor allem, dass die Bewerber angemessene Sprachkenntnisse hätten. Man merke, dass viele der Geflüchteten jetzt bereits Sprachkurse hinter sich hätten: „Das Niveau der Gespräche steigt“, erzählt Schaeberle. „Vor einem Jahr war die Zahl der englischsprachigen Beratungsgespräche noch deutlich höher.“

Die besten Chancen auf einen Arbeitsplatz hätten Menschen, die sich kontinuierlich beraten lassen und unabhängig vom gegenwärtigen Aufenthaltsstatus „immer am Ball bleiben“, sagt der Sozialpädagoge. Aber das  dauernde Warten sei für viele frustrierend. Ideal sei es, wenn man neben dem Sprachkurs, der erste Priorität haben sollte, noch einen Minijob oder ein Halbtags-Praktikum mache, um sich beruflich zu orientieren. „Wenn man ein Ziel findet, findet man auch einen Weg“, betont Schaeberle. Dabei sei es ihm wichtig, „realistisch“ zu beraten: Man solle die Erwartungen nicht zu hoch, aber auch nicht zu niedrig ansetzen.

Die meisten Geflüchteten hätten inzwischen ihren Status, erläutert Schaeberle. Mit einer Arbeitserlaubnis sei es dann auch möglich, zuerst einmal bei einer Zeitarbeitsfirma unterzukommen. „Das ist nicht ideal, aber ein möglicher Weg, wenn es schnell gehen muss.“

Info Zur Unterstützung sucht das Team von „Dreimal B“ weiterhin Ehrenamtliche. Bei Interesse gibt es weitere Informationen telefonisch bei Fabian Schaeberle  ☎ (07161) 6 58 58 19 oder per E-Mail: schaeberle.f@caritas-fils-neckar-alb.de Eine weitere Ansprechpartnerin ist Petra Krieg: ☎ (07161) 6 58 58 21, E-Mail: krieg@caritas-fils-neckar-alb.de

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