Der Tod eines 19-Jährigen, dessen Leichnam am 28.4.20 bei Gingen unter einem Auto gefunden wurde, ist insbesondere für die Angehörigen ein großer Verlust. In einem offenen Brief, der in der Facebook-Gruppe „Geislingen an der Steige“ veröffentlicht wurde, drücken sie ihre Trauer aus.

Gingen an der Fils

Offener Brief nach Todesfall bei Gingen: Heftige Kritik an Polizei

Zugleich wird in dem ausführlichen Schreiben heftige Kritik an dem Umgang der Polizei mit dem Todesfall laut. Polizisten sollen beim Überbringen der Nachricht an die Familie des 19-Jährigen kein Verständnis für die Emotionen gezeigt haben, sondern Gewalt angewendet haben. Die Verantwortlichen der Facebook-Gruppe, die aus fast 10000 Nutzern besteht und Beiträge zum Geschehen in Geislingen und Umgebung beinhaltet, haben den betreffenden Beitrag mittlerweile entfernt.

Polizei drückt Bedauern aus und verspricht Aufarbeitung

Die Polizei nimmt auf Nachfrage der GEISLINGER ZEITUNG Stellung zu den schweren Vorwürfen gegen die Beamten: „Die Polizei bedauert den Hergang des Geschehens“, heißt es in einer schriftlichen Antwort des Polizeipräsidiums Ulm, in dessen Zuständigkeit auch der Raum Geislingen fällt. „Wir sind dabei, den aktuellen Vorfall detailliert aufzuarbeiten und zu analysieren, insbesondere dahingehend, was zu einem so dramatischen Verlauf geführt hat.“ Ein Ergebnis der Untersuchungen liege bislang noch nicht vor.

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Göppingen

Polizisten müssten „oft solche schrecklichen Nachrichten meist an Angehörige überbringen“, heißt es in der Stellungnahme weiter. Soweit möglich, seien auch Rettungsdienst und Notfallseelsorger dabei – so auch in diesem Fall. Die Beschäftigten seien speziell auch für das Überbringen von Todesnachrichten ausgebildet. „Dabei wird auch dem Umstand Rechnung getragen, dass Menschen sehr unterschiedlich auf solche schlimmen Nachrichten reagieren“, erklärt die Polizei weiter.

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Ermittlungen zu Tod des 19-Jährigen dauern an

Wie es zu dem Tod des 19-Jährigen kam, wird derzeit noch ermittelt. Nach der Obduktion wurde bekannt, dass die Polizei ein Kapitaldelikt ausschließt.