Die Falkensteiner Höhle bei Grabenstetten dürfte einer der bekanntesten Nicht-Schauhöhlen auf der Schwäbischen Alb sein. Allein schon ihr außergewöhnliches Höhlenportal mit der stattlichen Höhe von gut zehn Metern machen das Karstobjekt zu einem beliebten Wanderziel. Und schon in David Friedrich Weinlands Jugendroman „Rulaman“ findet sich eine sehr genaue Beschreibung dieses Eingangs zur „Huhka-Höhle“, wie sie Weinland in seinem Buch über die Höhlenmenschen nannte. Ob dieses Portal auch den Ausschlag dafür gab, dass sich schon im 19. Jahrhundert Forscher für die etwa 5000 Meter lange Höhle interessierten, kann nicht bewiesen werden. Zumindest spricht Carl Theodor Kolb schon 1875 bei der Beschreibung seines Vorstoß’ in die Tiefen der Falkensteiner Höhle von einem „imposanten Portal“.

Mit dieser frühen Beschreibung wird auch in eine neue 46-seitige Info-Schrift über das Karstobjekt eingeleitet. Gestaltet und herausgegeben hat das Büchlein die Arbeitsgemeinschaft Höhle und Karst Grabenstetten, eine höhlenkundliche Vereinigung mit rund 150 Mitgliedern, die überwiegend aus Süddeutschland, teilweise aber auch ganz Europa kommen.

„Mit dieser Broschüre möchten wir lhnen die Faszination und Begeisterung für die Welt der Höhlen nahebringen und gleichzeitig den Blick schärfen für diese schützenswerten Naturwunder mit ihren fragilen Ökosystemen. Gerade in den Eingangspassagen der Falkensteiner Höhle kann man die Spuren der vielen Begeher in Form von abgegriffenen und verrußten Tropfsteinformationen‚ eingeritzten Namen in der Wand und leider auch hin und wieder achtlos weggeworfenem Müll  überdeutlich sehen“, erläutern die Forscher dann das Ziel, das sie mit dem Heftchen verfolgen. Optisch übersichtlich aufbereitet, unter Verwendung hervorragender Fotografien, die durch einen kompletten Höhlenplan und Info-Grafiken ergänzt werden, wird der Leser durch die Höhle geführt. Er erfährt alles über ihre Besonderheiten, über die Geologie und Biologie sowie über ihre Forschungsgeschichte. Die Broschüre beantwortet zudem Fragen, die sich dem Besucher unwillkürlich stellen, steht er vor dem riesigen Portal mit dem dunklen Schlund, der ins Nirvana zu führen scheint. Im Büchlein werden weitere Höhlen der Umgebung wie Elsachbröller, Büchelbronner Bröller oder Gustav-Jakobs-Höhle vorgestellt. Es werden Ausflugsziele der näheren Umgebung genannt und die Forschergruppe Arge Grabenstetten stellt sich selbst vor. Zudem gibt es eine Liste der längsten und tiefsten Höhlen der Schwäbischen Alb sowie Literaturtipps für Leser, die sich eingehender mit dem Thema Höhle und Höhlenforschung (Speläologie) befassen wollen. Über im Heftchen platzierte QR-Codes gelangt man schnell per Smartphone, Tablet oder PC beispielsweise auf die Homepage der Arge Grabenstetten. Neben einigen Inhalten, die auch in der Broschüre zu finden sind, gibt’s auf den Internetseiten des Vereins auch verlinkte Videos sowie Wetterinformationen.

Und wer selbst einmal ein paar Meter in die Falkensteiner Höhle hineinschnuppern will, der findet im Heftchen die Beschreibung einer Mindestausrüstung, die man sich als angehender „Höhlenforscher“ beschaffen sollte. Hier gleich der Hinweis: Die im Heftchen vorgestellten Höhlen sind keine beleuchteten Schauhöhlen, ihre Befahrung – wie die Begehung in der Bergmannssprache heißt – ist durchaus riskant. Zu beherzigen ist zudem das Höhlenschutzmotto, das da lautet „Nimm nichts mit, lasse nichts zurück, zerstöre nichts und schlag nichts tot“.

Info Falkensteiner Höhle aus der Reihe Grabenstetter höhlenkundliche Hefte, Nr. 29; ISSN 1437-9805; Preis: 6 Euro (plus Versandkosten), Bestellung über info@arge-grabenstetten.de
www.arge-grabenstetten.de