Vieles tut sich gerade rund ums Thema Radfahren. Heute ist der Radaktionstag im Kreis. Heute endet nach drei Wochen die Aktion Stadtradeln, an der sich der Kreis aktiv beteiligt hat. In der öffentlichen Diskussion wird über das Radnetz Baden-Württemberg gesprochen, über den Radschnellweg Geislingen – Stuttgart, über die Umfrage Fahrradklimatest des ADFC.

Es tut sich vieles, es bleibt aber genug zu tun. Gerade jetzt müssen wir die Chancen, die sich etwa durch den Rückbau der B10 im Filstal ergeben, konsequent für den Radverkehr nutzen. Dabei geht es uns nicht um eine Konkurrenz zum Autoverkehr – wir sind (fast) alle auch Autofahrer . Wir merken, dass durch geändertes Bewusstsein, bessere Technik (E-Bikes) und stärkere Förderung der Radverkehr zunimmt. Das tut allen gut und ist für eine nachhaltige Verkehrspolitik unerlässlich.

Dabei sind es oft kleine Dinge, die das Leben der Radler verbessern, etwa die Öffnung von Einbahnstraßen in Gegenrichtung, eine gute Beschilderung, sichere Wegeführungen. Man muss dabei bedenken, dass es viele Typen Radler gibt, die unterschiedliche Infrastruktur brauchen: Freizeitradler suchen kürzere Rundtouren durch schöne Landschaft, Tourenfahrer brauchen Fernverbindungen mit guter Beschilderung, die nicht jeden Umweg mitnehmen, Alltagsradler wollen schnell und sicher zur Arbeit oder zur Schule.Deshalb ist es zum Beispiel richtig, die neue Verbindung nach Amstetten durchs Rohrachtal zu planen. Zusätzlich wäre eine Schnellverbindung an der B10 ohne geschotterte Strecken  wünschenswert.

Zornig macht es mich, wenn Konfrontation statt Kompromiss gesucht wird. Die Umlaufschranken auf dem Radweg durch Donzdorf sind da ein Beispiel. Zum Glück überwiegen aber die guten Beispiele. Wir kennen die finanziell schwierige Situation speziell in Geislingen, fühlen uns aber ernst genommen und gehört. Das macht funktionierende Demokratie und eine lebenswerte Stadt aus. Daher freue ich mich auf die Projekte, die es dort noch anzugehen gilt: Fahrradabstellanlagen (nicht nur) am Bahnhof, überhaupt den barrierefreien Bahnhof, nicht nur für Radler. Verbesserungen in der Verkehrsführung an etlichen Kreuzungen, Radschnellverbindungen im Zuge des B10-Rückbaus, Verlängerung der Tälesbahn-Strecke zum Bahnhof. Dafür möchte der ADFC Geislingen Ansprechpartner und Lobby sein. Wer in dieser Aufzählung etwas vermisst darf sich gerne bei mir melden.

Achim Straile

Vorsitzender des ADFC Geislingen