Geislingen Tempo-Displays vor Kindergärten?

Geislingen / Ruben Wolff 27.07.2018
Könnten Tempo-Displays dazu beitragen, dass es auf den Straßen vor den Geislinger Kindergärten ruhiger zugeht? Pro Gerät wäre ein Preis von etwa 2000 Euro fällig.

„An der Straße läuft meine Tochter jeden Tag entlang. Ich sehe immer wieder, wie manche Autofahrer den Berg einfach hoch- und runterrasen“, sagt Lydia Henle verärgert (Name von der Redaktion geändert). Schneller als 30 darf in der Nähe des Kindergartens Lindenhof keiner über die Oberböhringer Straße fahren. Die Regel gilt von Montag bis Freitag, jeweils zwischen 6.30 und 17 Uhr. Viel zu häufig aber erlebe sie es, dass sich kaum ein Autofahrer daran halte, sagt Henle. Wenn sie dazu auffordere, langsamer zu fahren, zeige ihr manch einer den Vogel. Sie fühle sich aufgeschmissen und in Stich gelassen.

Am 10. Juli hatte das Geislinger Ordnungsamt einen mobilen Blitzer an die Straße gestellt. In einer Stunde registrierte das Gerät lediglich 13 Fahrzeuge, dafür aber sechs Temposünder. Im Rathaus werde das Thema ernst genommen, versichert Ordnungsamtleiter Philipp Theiner. Auch aus diesem Grund werde es künftig weitere Kontrollen geben.

Henle zweifelt aber daran, dass allein Radargeräte die Autofahrer zum Umdenken bringen. Vielleicht könnten aber Tempo-Anzeigetafeln helfen. „Es gibt eine Studie von 2010, die beweist, dass Tempo-Displays einen positiven Effekt auf Autofahrer haben“, sagt Theiner. Wer unter dem Tempolimit fährt, sieht ein strahlendes Gesicht auf dem digitalen Display, wer schneller unterwegs ist, blickt in ein trauriges Gesicht.

Theiner gibt aber zu bedenken, dass solche digitalen Tafeln nicht billig sind. Er rechnet mit mehr als 2000 Euro pro Gerät und damit für das Doppelte pro Straße, da es Geräte für beide Fahrtrichtungen geben müsste. Allein in Geislingen sind zwölf städtische Kindergärten ansässig – macht rund 50.000 Euro. „Die Zahl dürfte sich zudem weiter erhöhen, wenn die kirchlichen Kindergärten im Stadtgebiet berücksichtigt werden sollen“, so Theiner.

Viel sei bereits getan worden, erinnert er. Immerhin gelte auf den Straßen vor den Geislinger Kindergärten überall Tempo 30 – bis auf eine Ausnahme: der Waldkindergarten am Ende des Längentals, wo nur noch ein Forst- und landwirtschaftlicher Weg daran vorbeiführt. Im Wohngebiet davor gelte ohnehin Tempo 30.

Davon profitiere auch der Waldorfkindergarten in der stark befahrenen Wiesensteiger Straße. Am 9. Juli bekamen elf Temposünder Bußgelder aufgebrummt, 27 weitere Autofahrer hielten sich dagegen an die Straßenschilder. Laut Polizei gab es in der Wiesensteiger Straße in diesem Jahr einige Unfälle: einen an der Einmündung Zillertalstraße, sechs an der Einmündung Paulinenstraße, allerdings jeweils ohne Radfahrer- oder Fußgängerbeteiligung, wie die Polizei auf Nachfrage unserer Zeitung erklärt.

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