Hochschule Jung, digital, vernetzt: Studenten beraten

von links: Marc Eschen, Florian Hofmann und Laura Toscha
von links: Marc Eschen, Florian Hofmann und Laura Toscha © Foto: Heike Siegemund
Geislingen an der Steige / Heike Siegemund 25.10.2017

Sie ist einzigartig an der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt (HfWU) und sogar in ganz Deutschland: die studentische Unternehmensberatung „Cars – Consulting Automotive Retail by Students“. Marc Eschen und Florian Hofmann, Studenten des Masterstudiengangs Automotive Management, stehen an der Spitze des jüngst gegründeten Vereins.

Freilich sei das Konzept der studentischen Unternehmensberatung an sich nichts Neues, sagt Marc Eschen; solche Projekte gebe es an vielen Hochschulen. „Einmalig bei ,Cars‘ ist aber, dass der Fokus auf Beratungsleistungen für den Autohandel liegt“, ergänzt der 25-Jährige. Das gebe es bislang an keiner Hochschule in Deutschland.

Marc Eschen und Florian Hofmann wollen den Studenten mit „Cars“ eine Plattform bieten, über die sie ihr theoretisches Wissen in der Praxis anwenden und vertiefen können. Es sei wichtig, möglichst früh Praxiserfahrungen zu sammeln und bei eigenen Projekten selbst Verantwortung zu übernehmen.

Dieses Konzept hat auch die 21-jährige Studentin Laura Toscha auf Anhieb überzeugt, die dem Verein kurzerhand beigetreten ist und nun für die Öffentlichkeitsarbeit verantwortlich zeichnet: Es sei toll, auf diese Weise Praxisluft schnuppern zu können, sagt sie.

Auf der anderen Seite könnten die Unternehmen von den Beratungsleistungen der Studenten profitieren, fügt Florian Hofmann hinzu. Der Vorteil der Studenten sei, dass sie Zugang zur Wissenschaft und zu Expertenwissen hätten. Die Qualität der Beratungsleistungen sei gesichert, denn jeder mitwirkende Student muss mindestens sechs Schulungen zu unterschiedlichen Themenbereichen absolvieren, bevor er Unternehmen beraten darf – zum Beispiel in den Bereichen Finanzen und Recht, Qualitäts- und Projektmanagement sowie Akquise und Vertrieb. Diese Schulungen laufen entweder vereinsintern ab oder werden von externen Unternehmensberatungen angeboten.

„Unser Slogan lautet: ,Jung, digital, vernetzt‘. Dafür stehen wir ein“, betont Marc Eschen. „Wir sind Digital Natives und sind mit der digitalen Welt groß geworden. Hier können wir liefern.“ Deshalb liege der Schwerpunkt auf der Digitalisierung und darauf, den Automobilhandel „fit zu machen für eine neue Zeit“. Über welche Inhalte sollte die Homepage des Unternehmens verfügen? Ist die Firma über Google leicht zu finden oder besteht Verbesserungsbedarf? Um solche und weitere Fragen soll es bei den Beratungsprojekten gehen, aber auch um das Erstellen etwa von Businessplan- und Marktanalysen.

Die studentische Unternehmensberatung sei darüber hinaus auf Vorschläge ihrer Kunden angewiesen, verdeutlicht der 24-jährige Florian Hofmann: „Wir wollen, dass sie mit aktuellen Projekten auf uns zukommen.“ Möglicherweise gebe es in den Unternehmen viele Ideen, aber keine Mitarbeiter, die sich darum kümmern könnten. An dieser Stelle seien die Studenten potenzielle Kandidaten. Ein großer Pluspunkt des Vereins sei, dass die Mitglieder nicht nur Wissen aus dem Bereich Automobilwirtschaft mitbrächten. Hofmann: „Alle Studenten der HfWU können beitreten. So bündeln wir mehrere Kompetenzen, bekommen neue Impulse und können diese gezielt in den Projekten für unsere Kunden einsetzen.“

Es gehe bei den Beratungstätigkeiten also nicht nur um die Kernprozesse in der Automobilwirtschaft, sondern zum Beispiel auch um das Thema Mitarbeiterzufriedenheit. So könne etwa ein Student des Studiengangs Gesundheits- und Tourismusmanagement eine Firma zur Einführung eines betrieblichen Gesundheitstages beraten. Oder ein Student des Studiengangs Energie- und Ressourcenmanagements mit den Unternehmen das Thema Elektromobilität vertiefen.

So arbeitet die studentische Unternehmensberatung

Mitglieder Aktuell gehören dem gemeinnützigen Verein „Cars“ 17 Studenten der HfWU-­Studiengänge Wirtschaftsrecht, Automobilwirtschaft/Automotive Management sowie Energie- und Ressourcenmanagement an.

Zukunft Marc Eschen und Florian Hofmann haben viele Pläne: Zum Beispiel wollen sie eine Business-Night für Unternehmen in Geislingen veranstalten.

Konzept Die Arbeit im Verein ist ehrenamtlich. Für ihre Beratungstätigkeiten werden die Studenten von den Unternehmen entlohnt und schließen dazu Verträge ab – „diese laufen über eine vom jeweiligen Projektteam gegründete GbR“, erklärt Florian Hofmann. „Der Verein stellt die Plattform und ein Netzwerk zur Verfügung und unterstützt die Studenten bei der Projektakquise, ist aber nicht direkt wirtschaftlich tätig.“
Infos: www.cars-ac.de

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