Rollator Stadtseniorenrat hat zum Rollator-Training eingeladen

Rollatoren gibt es in unterschiedlichen Ausführungen - für drinnen, für draußen oder als Allround-Variante. Was beim Umgang mit den Geräten zu beachten ist, vermittelte das Rollator-Training des Geislinger Stadtseniorenrats.
Rollatoren gibt es in unterschiedlichen Ausführungen - für drinnen, für draußen oder als Allround-Variante. Was beim Umgang mit den Geräten zu beachten ist, vermittelte das Rollator-Training des Geislinger Stadtseniorenrats. © Foto: Bernward Kehle
Geislingen an der Steige / BERNWARD KEHLE 31.10.2014
Der Schubart-Saal im Geislinger Mehrgenerationenhaus wurde zur Rollatorpiste: Der Stadtseniorenrat hatte in Kooperation mit dem Sanitätshaus Hartlieb, Respofit und Polizei zum "Rollator-Training" eingeladen.

Einer Schwedin - Aina Wifalk - ist es zu verdanken, dass alte und gehbehinderte Menschen trotz ihres Handicaps mobil sind und so an der Gesellschaft teilhaben können: 1978 erfand Wifalk - aufgrund einer Kinderlähmung selbst gehbehindert - den Rollator. Damals wie heute braucht es etwas Eingewöhnungszeit, um mit dem Gerät zurechtzukommen. Außerdem gibt es längst eine Vielzahl an Modellen, sodass bisweilen der Durchblick schwerfällt.

Der Geislinger Stadtseniorenrat hatte nun ein Rollator-Training organisiert, das erste seiner Art in der Fünftälerstadt. Die Vorsitzende Monika Zeisler begrüßte dazu rund 20 Gäste. Sie betonte, dass es immer mehr Menschen mit Handicap gebe, die einen Rollator nutzen. Zeisler: "Das ist gut so, denn damit wird die Selbstständigkeit und Mobilität für jeden einzelnen hergestellt". Lenka Hrdlicka vom Sanitätshaus Hartlieb, mit mehreren Rollatoren nach Geislingen gekommen, stellte die Gehhilfen vor. So gibt es Wohnraum-Rollatoren, Allround- und Outdoor-Rollatoren. Oft mache es Sinn, sich einen Zweitrollator speziell für die Wohnung oder für den Außenbereich anzuschaffen.

Krankenkasse mietet Rollator beim Sanitätshaus

Interessant die Aussagen Lenka Hrdlickas zur Frage: "Wie bekomme ich einen Rollator?" Dies sei entweder privat möglich, durch einen Kauf, der Rollator sei dann Eigen-tum des Benutzers. Möglich sei aber auch, sich den Rollator vom Arzt verschreiben zu lassen. Das Rezept gehe zur Krankenkasse, die im Normalfall einen gebrauchten Rollator aus dem Hilfsmittel-Pool zur Verfügung stelle. Werde ein neuer Rollator oder einer mit besserer Qualität gewünscht, lasse sich dieser über eine Aufzahlung erhalten. Die Krankenkasse miete dann den Rollator beim Sanitätshaus, er sei nicht Eigentum des Benutzers und müsse nach Ende des Gebrauchs wieder zurückgegeben werden. Wie sich ältere Menschen mit einem Rollator richtig bewegen, erklärte Annika Heudier vom Respofit. Die Ergotherapeutin riet, den Rollator nicht wie einen Einkaufswagen vor sich her zu schieben. Besser sei es, in aufrechter Haltung zwischen den Handgriffen zu gehen und zu stehen. Der Abstand zwischen dem Körper und dem Rollator sollte laut Heudier möglichst gering gehalten werden. "So beugen Sie Handgelenks- und Rückenschmerzen vor", erläuterte die Therapeutin den Teilnehmern des Trainings.

Im Winter abwarten bis Wege geräumt sind

"Wo will ich hin? Wo sind die guten Wege?" Dies solle sich jeder Rollatornutzer fragen, bevor er sich mit seiner Gehhilfe auf den Weg mache, sagte Polizeihauptkommissar Roland Schmid von der Prävention in Göppingen. Nicht jeder Weg sei mit dem Rollator leicht begehbar und es könne zu schlimmen Unfällen kommen. So sei es angebracht, im Winter abzuwarten, bis geräumt und gestreut ist. Bei Dunkelheit ist auf eine auffällige Kleidung zu achten. "Überqueren Sie eine Straße nur an einer Ampel oder einem Zebrastreifen", mahnte Schmid. Und: "Gehen Sie nie zwischen parkenden Fahrzeugen hindurch auf die Straße und nehmen lieber einen kleinen Umweg in Kauf". Wer mit dem Rollator an einer Ampel bei Grün die Straße überquert, solle sich nicht beirren lassen, wenn diese plötzlich auf Rot umschaltet. Einfach weitergehen, war der Rat des Beamten, es sei immer noch genügend Zeit, um gefahrlos anzukommen.

Nach der Theorie hieß es für die Besucher, Rollatoren auszutesten und sich von den Experten Anregungen zum richtigen Umgang mit diesen Gehhilfen geben zu lassen. Die Sanitätshaus-Mitarbeiter Benjamin Binder, Dietmar Keil und Javor Stojanov waren dabei geduldige Instruktoren und klärten darüber auf, wie sich beispielsweise mit der Ankipp-hilfe ein Bordstein überwunden lässt oder aber wie Rollator-Nutzer mit den Bremsen hantieren und umgehen müssen. Zudem erledigten sie kleine Reparaturen an Rollatoren der Besucher, sodass die sich mit einem richtig guten Gefühl auf den Heimweg machen konnten.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel