Kreis Göppingen Sprache als Tor zur Integration

Kreis Göppingen / SWP 05.10.2013
Ausländische Mitbürger, die jetzt einen deutschen Pass erworben haben, wurden bei der ersten Einbürgerungsfeier des Landkreises willkommen geheißen.

In einem Punkt waren sich alle Redner einig: Die Sprache ist das Tor zur Integration - ohne Sprache keine aktive Teilnahme an einer Bürgergesellschaft, die ausdrücklich erwünscht sei, so die Referatsleiterin für Staatsangehörigkeitsrecht im Ministerium für Integration des Landes Baden-Württemberg, Evangelia Hüfner. Sie griff auch auf ihre eigene Geschichte als griechisches Einwandererkind zurück. Das Land wolle mit seiner Kampagne ausdrücklich "gut integrierte ausländische Mitbürger" ermuntern, sich einzubringen in einem Land, das stolz auf seine freiheitliche und rechtsstaatliche Verfassung sein könne. 2012 wurden im Landkreis Göppingen 442 Personen eingebürgert, die dafür einige Voraussetzungen erfüllen mussten.

Landrat Edgar Wolff hieß die neu Eingebürgerten willkommen und lud sie nach einem kurzen Einblick in die Aufgaben des Landkreises zur Teilhabe an der Kreispolitik ein. Es sei eine Chance für die Gesellschaft, wenn sich Menschen ausländischer Herkunft entscheiden würden, mit der Einbürgerung die volle staatsbürgerliche Gleichberechtigung zu leben. Die Feier, eingebettet in die Interkulturelle Woche, sei eine Geste der Wertschätzung, so der Landrat. Nur eine wechselseitige Wertschätzung könne Teilnahme und Identifizierung ermöglichen. Hazem Badawi, vor 30 Jahren als ägyptischer Student des Maschinenbaus nach Deutschland gekommen, wies als Leiter des Vereins Integrations- und Bildungsarbeit auf die Bedeutung der Sprache hin, die der Weg für Integration sei. Er bedankte sich für die Offenheit und Hilfsbereitschaft der Göppinger. Vielfalt tue dem Landkreis gut und die Annäherung der verschiedenen Kulturen und der Dialog seien wichtig, so Badawi abschließend.

"Heimat ist dort, wo man Familie und Freunde hat, wo man seinen Beruf ausübt und wo man sich wohlfühlt", so die neu eingebürgerte Danielle Storz aus Frankreich, die seit 40 Jahren hier lebt und in einem launigen Vortrag über ihre eigenen oft auch zwiespältigen Erfahrungen und Gefühle berichtete.

Das "Ensemble Jazzico" der Jugendmusikschule Göppingen sorgte bei der Feier für gepflegten Jazz, der "Waldeckhof" bewirtete die Gäste.