Seit knapp einem Jahr gibt es in der Geislinger Kita Einsteinschule eine neue, dritte Gruppe, die „Eichhörnchen“. Um sie einzurichten, musste die Gymnastikhalle umbauen. Was bedeutet, dass nun kein Raum mehr für die wöchentlichen Sportstunden mehr zur Verfügung steht. „Wir mussten also Mittel und Wege finden, wie wir trotzdem ein Sportprogramm für die Kinder anbieten können“, sagt Mitterhofer. Schließlich habe Sport einen großen Stellenwert in der Kita. „Bewegungsarmut bei Kindern und daraus resultierende Defizite bei der motorischen Entwicklung ist  – leider – ein großes Thema“, sagt Mitterhofer: „Für uns ist es wichtig, diesen Defiziten mit einem entsprechenden Angebot entgegenzuwirken.“

Aus Spielgeräten werden Sportgeräte

Nun ist Lamentieren nicht Mitterhofers Ding. Seine Lösung des Problems: Wenn es drinnen nicht geht, dann geht es eben draußen. Erzieherin Alexandra Urnauer hat dazu ein Konzept entwickelt. „Wir haben massig Spielgeräte. Die kann man nehmen, um einfach damit zu spielen. Man kann sie aber genauso gut als Sportgeräte verwenden.“ Nun, zum Abschluss des Kita-Jahres, gab es den Probelauf: Ein Sporttag mit dem Titel „Kindergarten-Olympiade“.

Auf ungewohntem Terrain

Die Kunst besteht laut Urnauer darin, die Kinder für diese Art der Bewegung zu begeistern. „Bei den Spielgeräten können sich die Kinder raussuchen, welches sie nehmen möchten. Bei unserer Olympiade mussten sie nun  auch mal das machen,was sie sonst nicht so mögen – und zwar in der Form, dass man das Bewusstsein im Umgang mit diesen Geräten und damit zugleich die Wahrnehmung des eigenen Körpers schärft.“

Die bewusste Körperwahrnehmung zu fördern ist eins der Ziele

Ein Beispiel dazu: Eine auf den Boden gelegte Strickleiter stellt eine Hängebrücke dar, auf der die Kinder eine Schlucht überqueren. Das heißt, sie müssen bei dieser Aufgabe ganz bewusst mit den Füßen auf die Sprossen treten, müssen ihren Bewegungsablauf koordinieren, um nicht in eine fiktive Schlucht zu fallen.

Konzept auf jedes Wetter und jede Jahreszeit anwendbar

Solche Parcours solle es im neuen Kita-Jahr nun regelmäßig geben, „das muss nicht immer gleich ein Sporttag sein, sondern eine kleinere Variante“, sagt Mitterhofer: „Oder man kann solche Aufgaben in Spaziergänge einbauen, dabei spielen das Wetter oder die Jahreszeit keine Rolle.“

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