Geislingen an der Steige SPD-Abgeordnete: Neue Schulart erfolgreich

Verteidigt die von der SPD geschaffene Gemeinschaftsschule: Peter Hofelich (SPD).
Verteidigt die von der SPD geschaffene Gemeinschaftsschule: Peter Hofelich (SPD). © Foto:  
DYK 20.04.2016
Die SPD-Landtagsabgeordneten werben für die Gemeinschaftsschule. Die Anmeldezahlen würden belegen: Die umstrittene Schulart sei erfolgreich.

Die Gemeinschaftsschule soll nicht weiter ausgebaut und auch nicht besonders gefördert werden - das versprach die CDU den durch etliche Schulreformen im Land verunsicherten Eltern vor der Wahl. Nun will sie sich mit den Grünen zusammenraufen, die grün-rote Reformen nicht rückgängig machen wollen. Einen Schulfrieden wünscht sich derweil Ministerpräsident Kretschmann (Grüne), damit eine mögliche grün-schwarze Koalition nicht daran scheitert.

Nun werben die beiden knapp wiedergewählten SPD-Landtagsabgeordneten Sascha Binder (Geislingen) und Peter Hofelich (Göppingen), die künftig in der Opposition sitzen, für die neue Schulform. Sie wurde unter der Verantwortung des SPD-Kultusministers Andreas Stoch geschaffen, damit Haupt- und Realschüler gemeinsam die Schulbank drücken. Stoch wurde jüngst zum neuen SPD-Fraktionsvorsitzenden im Landtag gewählt.

Die Anmeldezahlen für das Schuljahr 2016/2017, die das Schulamt jüngst veröffentlichte, würden belegen, "dass die Gemeinschaftsschulen im Landkreis stabil und erfolgreich sind". Der Aufbau einer zweiten Säule im bislang dreigliedrigen baden-württembergischen Schulsystem sei deshalb "richtig und zukunftsweisend".

CDU und FDP befürchteten stets einen Ausverkauf der Realschule. Binder und Hofelich heben nun die "bemerkenswerten Entwicklungen" in einzelnen Gemeinden hervor. In Süßen lege die Johann-Georg-Fischer-Gemeinschaftsschule mit einem Anstieg von 42 auf 58 Schüler zu. Dort tobte vergangenes Jahr ein erbitterter Streit um den Erhalt der Geschwister-Scholl-Realschule. Eine Fusion beider Schulen wurde so verhindert. Einzige Gemeinschaftsschule in Geislingen ist die Tegelbergschule.

Im Kreis Göppingen zeige sich, dass die neun bereits geschaffenen Gemeinschaftsschulen von den Schulbehörden befürwortet werden. Gleichzeitig seien die Anmeldezahlen für die verbliebenen Werkrealschulen der einstigen CDU/FDP-Landesregierung rückläufig. "Wir erwarten deshalb von der sich anbahnenden grün-schwarzen Koalition, dass sie den Fortschritt für zeitgemäße Schulen nicht zurückdreht und die Weiterentwicklung nicht bremst", sagt Sascha Binder. "Da werden wir sehr genau drauf schauen. Eltern, Lehrer und Gemeinderäte sicher auch. Wir brauchen einen Schulfrieden, damit Ruhe einkehrt und Pädagogik Vorrang hat."