GZ-Ausflug GZ-Ausflug: Sonniger Auftakt mit Charme

Geislingen / Patricia Jeanette Moser 06.08.2018
110 GZ-Leser reisen ins mittelalterliche Vellberg bei Schwäbisch Hall und sind später zu Gast bei Gräfin Anne auf Schloss Hohenstadt.

Mit den Zielen Vellberg, der Trutzfeste im Hohenloher Land, und Schloss Hohenstadt überm Kocher startete die GZ-Ausflugsreihe gleich mit einem besonderen Schmankerl. Mit zwei Bussen ging die Reise bei Kaiserwetter – überwiegend auf Landstraßen – gen Norden. Der Weg führte vorbei an sommerlichen Getreideäckern, an Sonnenblumenfeldern und durch zahlreiche ländliche Gemeinden diesseits und jenseits des Flüsschens Kocher. Die wichtigsten Informationen zum Tag lieferte bereits während der Fahrt die begleitende Christel Mühlhäuser von der Schwäbischen Landpartie. Sie hatte in bewährter Weise den Ausflug organisiert.

Zunächst bezauberte Vellberg die Ausflügler. Direkt am Burggraben begannen dort in vier Gruppen aufgeteilt die Stadtführungen.  Die Leserschar zog am Burggraben entlang, vorbei an geschichtsträchtigen von Moos bewachsenen Mauern. Tief unten im Tal mäandert die „Bühler“, das Flüsschen, das die Kelten „die Glitzernde“ nannten. Ihr Wasser gehört zu den saubersten Gewässern im Ländle, heißt es.  Die Ausflügler sehen jetzt das alte Schloss, das heute in Privatbesitz ist, die dazugehörige Kapelle und den Weinbrunnen am Marktplatz. Und immer wieder ergibt sich eine fantastische Aussicht hinüber nach Stöckenburg oder hinunter ins Tal, wo azurblau das Becken eines kleinen Freibads in der Sonne blinkt.  Vellberg begeistert mit seiner Vielzahl an Fachwerkhäusern, genauso jedoch durch seine topografische Lage.

Die Einkehr zur Mittagszeit im historischen Gasthof „Ochsen“ wird das Tüpfelchen auf dem „i“ angesichts der beeindruckenden Kulisse. Der umsichtige Wirt hat eigens einen Gitarristen engagiert, der im Freien mit dezenter Livemusik unterhält. Applaus.

Die Ankunft am Nachmittag auf Schloss Hohenstadt im gleichnamigen Örtchen überm Kochertal wird zur Überraschung in vielerlei Weise. Die junge Gräfin Anne Adelmann von Adelmannsfelden, die nur Anne genannt werden will und aus New York (USA) stammt, stellt sich und ihr in die Jahre gekommenes Schloss vor. Mädchenhaft im Sommerkleidchen und Ballerinas tritt sie offen und herzlich der Reisegesellschaft entgegen. Mit ihrem Charme, ungeheuer viel Humor und dem unüberhörbaren amerikanischen Akzent bei einem sehr guten Deutsch hat sie sofort die Sympathien der Reisegäste erobert. Anne lädt in den großen Rittersaal zu Kaffee und Kuchen in „family style“ ein. Großformatige Gemälde der Ahnen, antike Hochzeitsschränke und riesige Deckenlüster  legen Zeugnisse der Vergangenheit ab. Beeindruckt wandern die GZ-Leser durch die Flure, bestaunen das gewaltige Holz-Treppenhaus. Nach gemütlicher Kaffeerunde mit der Gräfin, der auch noch ein Geburtstagsständchen gesungen wird, geht’s weiter in Europas ältesten „Heckengarten“ mit Lusthaus. Im  barock angelegten Grün stehen über 700 Rosensträucher und -hochstämmchen, die trotz Sommerhitze den Gästen farbenfroh entgegenstrahlen. Ein Brunnen, Figuren und etwas vom Zünsler geräuberter Buchsbaum halten das Barock noch lebendig. Schattige Laubengänge führen wieder hinaus in Richtung Wallfahrtskirche Mariä Opferung. In der Barockkirche, in der Wallfahrer den heiligen Patrizius verehren, lädt Christel Mühlhäuser zum gemeinsamen Gesang ein. Kurzerhand singt ein großer Chor das ökumenische Lied „Großer Gott, wir loben dich“.

Jetzt geht’s zurück zum Bus, wo sich Anne bei den Reisenden verabschiedet. Ein letztes Mal winken die Ausflügler der gastfreundlichen Gräfin, dann steuern Erich Straubmüller und Anton Eisen die gut klimatisierten Busse auf idyllischen Straßen wieder der Heimat entgegen.

Zur Stadt Vellberg und zum nächsten Ausflug

Vellberg zählt etwa 2400 Einwohner auf 31,88 Quadratkilometern Fläche und ist staatlich anerkannter Erholungsort in der geografischen Mitte des Landkreises Schwäbisch Hall. Vellberg war schon sehr früh besiedelt. Urkundlich nachgewiesen ist die zu Vellberg gehörende Stöckenburg. Vellbergs geschichtliche Ver­gan­genheit war im Laufe der Jahrhunderte sehr bewegt, die Bindung an Schwäbisch Hall war immer sehr eng.

Gundelsheim ist das Ziel  der GZ-Ausflügler am kommenden Samstag. Per Bahn geht es in die Stadt des Weinbaus am Neckar. Dort gibt’s humorvolle Führungen rund um den Wein. Treffpunkt am 11. August um 7.15 Uhr am Bahnhof.

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