Schnee Skipiste ist gut besucht

Ab geht die Post: Mit dem Lift in Treffelhausen geht es für die beiden Skifahrerinnen erstmals in dieser Saison hinauf auf den Berg.
Ab geht die Post: Mit dem Lift in Treffelhausen geht es für die beiden Skifahrerinnen erstmals in dieser Saison hinauf auf den Berg. © Foto: Alexander Jennewein
Treffelhausen / Isabelle Jahn 07.01.2017

Kopf voraus auf dem Schlitten oder im Slalom auf Ski und Snowboard – die Freude am Schnee ist den Besuchern der Skipiste in Treffelhausen anzusehen. Dort laufen am Donnerstag zum ersten Mal in dieser Saison die Skilifte an. Während die mutigen Kinder sich von einem der drei Schlepp­lifte den Berg hinaufziehen ­lassen, bevorzugen andere erst einmal die kleineren Hänge im Tal.

Die fünfjährige Kiana Rupp ist mit Skibrille und buntem Helm bereit zur Abfahrt und wartet geduldig: Ihre kleine Schwester ­Nawina lässt sich erst noch von Papa Thomas zwischen die Füße nehmen und auf der Ebene voranschieben. Der kennt die Piste gut: „Ich selbst bin als Kind schon hier gefahren“, erzählt der Mutlanger. Auch wenn es nicht der nächstgelegene Lift sei, wolle er mit den Kindern zur Abwechslung in Treffelhausen fahren.

Auch der kleine Mati steht mit seinen vier Jahren schon auf den Skiern, nach zwei Abfahrten ist aber Zeit für eine kleine Pause mit Schokoriegel. „Das ist der optimale Berg für Kinder, weil er nicht so steil ist und die Abfahrten kurz sind“, sagt die Mutter des Vierjährigen, Sonja Hieber aus Donzdorf. Sie habe jeden Tag auf der Internetseite der Betreiber nachgesehen, wann der Lift in Gang gesetzt wird.

Für den Betreiber Hubert Lang ist klar: Sobald genug Schnee liegt, wird die Piste präpariert und dann für Besucher geöffnet. „Wir haben Glück, dass die Kinder noch Ferien haben“, sagt der 80-Jährige, „sonst wäre der Lift nicht halb so voll besetzt“. An dem sonnigen Donnerstag bilden sich vor Kassenhäuschen und Lift lange Warteschlangen. Gerade die jungen Besucher wolle er an­locken, sagt Lang, „die fahren dann später auch weiterhin“.

Mit seiner Enkelin sitzt Lang an der Kasse und verkauft ein Lift-Ticket nach dem anderen. „Jetzt ist der Ansturm groß“, sagt er erleichtert. Nachdem die drei Lifte im vergangenen Jahr nur neun Tage lang in Betrieb waren, hofft der 80-Jährige auf eine ­erfolgreichere Saison in diesem Jahr. „Ich bin mit dem Skifahren verbunden.“ Früher sei er bei Rennen mitgefahren, heute begnügt er sich mit gewöhnlichen Abfahrten – allerdings selten auf der eigenen Piste in Treffelhausen, deren erster Lift seit 52 Jahren Wintersportler bergauf zieht. „Hier habe ich keine Zeit zum Fahren“, erklärt Lang, der alle Abläufe koordiniert.

Bei Hochbetrieb ist der Betreiber umso dankbarer, dass ihn viele Menschen unterstützen: „Ich freue mich, dass ich so viele Helfer habe, obwohl wir nie genau planen können, wann der Betrieb startet.“

Einer der Mitarbeiter ist Michael Biegert. An einem Eck, an dem zwei Menschenschlangen zusammentreffen, steht der 19-Jährige mit einer Zange und stanzt fleißig Löcher in die Punktekarten für den Lift. Daneben übergibt sein Kollege Daniel Staudenmeier den Wartenden die Schleppbügel und schickt sie auf die Fahrt nach oben.

„Bitte nehmen Sie paarweise einen Lift“, tönt Hubert Langs Stimme aus den Lautsprechern rund um die Talstation. Sina Schmidt aus Söhnstetten und ihre zwei Freundinnen müssen sich derweil noch in der Warteschlange gedulden. „Auch mit dem Snowboard kann man hier gut fahren“, sagt die 16-Jährige, die zum ersten Mal in Treffelhausen den Schnee für den Wintersport nutzt. Nur mit einem Fuß hat sie sich vom Brett abgeschnallt – die Wartezeiten seien kurz genug, um so durch den Schnee zu stapfen.

Während so mancher Besucher die Wintersportausrüstung bereits im Auto verstaut, steht für Kiana Rupp das Spannendste noch an: Nach dem Einfahren im Tal traut sich die Fünfjährige zusammen mit Schwester Nawina mit dem Lift ganz nach oben.