Ihren Stammtisch mussten die Grünen im Helfensteiner Land diesmal aufs Podium wuchten, damit ihre sieben Bundestagskandidaten aus den Wahlkreisen der Region, die zur Vorstellungsrunde gekommen waren, in der gut besuchten Seemühle auch gut gesehen und gehört werden konnten. Bislang wird keiner der Wahlkreise von grünen Abgeordneten im Bundestag vertreten.

Die Architektin Annette Weinreich (Wahlkreis Ulm/Alb-Donau) betonte die Bedeutung der Bauwirtschaft für Ressourcenschonung, Klimaschutz und Sozialpolitik. Als "Grün, Frau und vom Lande" fasste die Ingenieurin und Berufsschullehrerin Margit Stumpp (Aalen/Heidenheim) ihre Schwerpunkte zusammen. Michael Straub (Backnang/Schwäbisch-Gmünd) leitet den Heilpflanzenanbau bei Weleda. Jüngste in der Runde war die 35-jährige Elementarpädagogin Andrea Sieber (Waiblingen). Jürgen Menzel (Esslingen) war acht Jahre Energie- und Umweltmanager der Stadt Ebersbach und ist heute parlamentarischer Berater der Stuttgarter Landtagsfraktion der Grünen. Aus dem "Epizentrum" des Stuttgart 21-Protestes, den Fildern, kam der Sozialpädagoge, Betriebswirt und Unternehmer Matthias Gastel (Wahlkreis Nürtingen).

Als letzter trat der Kandidat im Wahlkreis Göppingen, der 48-jährige Volkswirtschaftsprofessor Dennis De, ans Podium. Bei seinem ersten öffentlichen Auftritt in Geislingen seit der Nominierung erläuterte er, wie eine kluge und innovative Politik speziell für kleine und mittelgroße Unternehmen neue Branchen mit ressourcenschonenden Produkten und Verfahren fördern könne. Der Mittelstand sei der Motor der ökologischen und sozialen Modernisierung von Wirtschaft und Gesellschaft, werde aber trotz vieler Sonntagsreden bislang von der Politik stiefmütterlich behandelt.

Ende des Monats wird der Landesparteitag in Böblingen die Landesliste bestimmen. "Wir brauchen eine gesunde Mischung, in der auch der ländliche Raum prominenter vertreten ist", forderte der Kreisgeschäftsführer der Grünen, Manfred Binder, der die Diskussion moderierte.