Rückblick Serie: Geislinger erinnern sich an Schulzeit

Geislingen / Kathrin Bulling 03.09.2018

Andreas Frey, Rektor der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen (HfWU)

„Englisch war als zweite Fremdsprache bei mir weniger beliebt als Französisch. Daher versuchte ich dieses Fach mit möglichst geringem Aufwand zu meistern. In Erinnerung geblieben ist mir eine Hausaufgabe, bei der wir auf zwei Seiten den gestrigen Tagesablauf beschreiben mussten. In perfektem Englisch schrieb ich in die erste Zeile, dass ich am gestrigen Tag folgende Mathematikaufgaben zu lösen hatte – und füllte die verbliebenen knapp zwei Seiten mit Rechnungen. Mathematik ist eben universell anwendbar.

Mathematisch logische Antworten auf englische Aufgaben begleiteten mich auch während meines Studiums in den USA. Bei einem Sprachtest wurde mir eine Bildergeschichte vorgelegt, in der ein Hund eine Katze jagte und dabei die Wohnungseinrichtung zerlegte. Auf die Frage, wie diese Situation hätte vermieden werden können, antwortete ich knapp und logisch korrekt, jedoch nicht im Sinne des Fragestellers mit: ‚Never buy a cat’.“

Anita Gröh, Geschäftsführerin im evangelischen Dekanatsbüro, Kirchenbezirk Geislingen, sowie Landessynodale

„Meine ganze Schulzeit war geprägt vom Fahren. Als Kind vom Lande waren für mich die weiterführenden Schulen eben nicht am Ort. Das ergab bei allen Nachteilen auch zeitliche und organisatorische Lernelemente fürs ganze Leben. Ich erinnere mich an die täglichen Fahrten mit dem Schmalspur-Alb-Bähnle von Merklingen nach Laichingen. Merklingen hatte damals zwei (!) Bahnhöfe, die Zugstrecke selbst war aber eingleisig. Einen Sitzplatz bekamen wir selten. Hier lernte ich aber, so manche Hausaufgabe auch im Stehen zu schreiben. Inhaltlich war dies kein Problem. Die Schrift litt allerdings schon deutlich bei dem Geschaukel des mit 30 Stundenkilometer Höchstgeschwindigkeit dahinschnaufenden Zuges. So brachte mir solch eine „Zug-Hausaufgabe“ auch folgenden Hefteintrag eines Lehrers ein: ‚Diese Schrift – welch ein Zerfall einer Persönlichkeit.’

Als mein Schulweg mich nach Geislingen führte, war ein Umsteigen in Amstetten vom Alb-Bähnle auf einen DB-Zug nach Geislingen mein täglich Brot. Pünktlichkeit der Züge war auch zu damaliger Zeit ein Problem. Bei Nässe rutschte das Alb-Bähnle auf den Schienen und kam verspätet in Amstetten an. Ich erinnere mich an mehrere Fahrten im Winter, als Schneefall den Zug doch ordentlich aufhielt. So standen wir verspätet im Dunkeln und der Kälte des Morgens am Amstetter Bahnhof, und unser Zug nach Geislingen war weg.

Das Interesse der Bahnbediensteten an unserer Schulbildung war aber doch erstaunlich groß. Denn nicht nur einmal wurde für unsere kleine Gruppe ein Intercity in Amstetten außerplanmäßig angehalten, damit wir mit Schnee bedeckten Schülerinnen und Schüler unsere Fahrt nach Geislingen weiterführen konnten. Öfters fragten dabei Zugreisende mit nicht schwäbischem Dialekt: ‚Sacht mal, kommt ihr vom Südpol?’“

Erinnerungen an die Schulzeit

Ob die Schulzeit schon mehrere Jahrzehnte oder nur wenige Jahre zurückliegt, jeder verbindet damit schöne wie unangenehme Erinnerungen. In der GZ schildern bekannte Personen, die in Geislingen arbeiten oder sich engagieren, in loser Folge ihre eindrück­lichsten Erlebnisse – selbstironisch und mit Augenzwinkern.

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