Sorgenvoll richteten sich in jüngster Zeit die Blicke vieler Menschen in Richtung Geislinger Steige. Zwei schwere Autounfälle hatten am 14. und am 31. März die Einsatzkräfte beschäftigt. Bei letzterem verlor ein 30-Jähriger sein Leben. Er war mit seinem Opel Corsa in den Gegenverkehr geraten. Dort streifte er zunächst einen VW Polo und krachte dann frontal in einen Audi.

Warum es am vergangenen Samstag zu dem Unfall gekommen war, sei auch am Montag noch nicht abschließend geklärt, sagt ein Polizeisprecher. Hier müsse man erst abwarten, was die Ermittlungen ergeben.

Polizeisprecher: Steigen haben ihre Eigenheiten

Über den Unfall vom Samstag hinaus sind im Raum Geislingen die Steigen allgemein immer wieder Thema. Und doch sagt der Polizeisprecher: „Steigen sind grundsätzlich nicht gefährlicher als andere Straßen.“

Man müsse aber auf ihre Beschaffenheit achten. Was er damit meint: das Gefälle, die Kurven und die Geschwindigkeiten.

So könne es beispielsweise passieren, dass jemand abwärts zu schnell in eine Kurve fahre und dann in die andere Fahrbahnseite gerate. Das gelte natürlich vor allem bei scharfen Kurven. „Es ist wichtig, die rechte Fahrbahnseite einzuhalten“, betont der Polizist. Steigen sind oft unübersichtlich, was gefährlich werden könne, wenn beispielsweise ein Motorradfahrer eine Kurve schneide.

„Es gibt aber keine speziellen Regeln bei einer Steige“, sagt der Polizeisprecher. Auch bei serpentinenreichen Straßen sei es ratsam, den Abstand zum Vordermann zu halten, Rücksicht auf andere Verkehrsteilnehmer zu nehmen und sich nicht ablenken zu lassen, beispielsweise vom Handy. Zudem sei es besser, bremsbereit zu fahren.

Überschaubare Geislinger Steige

Mit Blick auf vergangenen Samstag gibt der Polizeisprecher allerdings zu bedenken, dass der Unfall auf ebener Fläche auf Höhe des Friedhofs passierte und nicht mitten auf der Steige.

Für die Geislinger Steige gilt ohnehin nicht unbedingt, was für andere Steigen rund um die Fünftälerstadt gilt – denn „sie ist eigentlich recht überschaubar“, sagt Philipp Theiner, Chef des Ordnungsamts. Er wisse nicht, warum es auf der Steige immer wieder zu schweren Unfällen gekommen ist.

Tempolimits und Blitzer

Wer auf der Geislinger Steige in Richtung Amstetten fährt, darf das nicht schneller als mit Tempo 80. Das Gebot gilt vom Geislinger Ortsschild an, sagt Christopher Flämig von der Straßenverkehrsbehörde und Bußgeldstelle.

Wer dagegen aus der anderen Richtung kommt, darf ab Amstetten 80 fahren, muss dann aber abbremsen, sagt Flämig. Auf Höhe der Straubmühle und den schärferen Kurven gilt Tempo 60. Erst danach darf wieder auf 80 beschleunigt werden: vorbei am Friedhof bis zum Geislinger Ortsschild.

Ob das Geschwindigkeitslimit in Zukunft vielleicht noch weiter herabgesetzt wird, weiß Ordnungsamtchef Philipp Theiner derzeit nicht. Bevor über so etwas gesprochen werde, müsse erst klar sein, was genau zum Unfall geführt hatte.

Nach den Unfällen im März werde die Verkehrspolizei aber vielleicht auf die Stadtverwaltung zukommen, sagt Theiner. Sollte es sich herausstellen, dass es sich um eine Gefahrenstelle handelt, werde darüber bei der nächsten Verkehrsschau diskutiert.

Auch über Blitzer könne man diskutieren, sagt Theiner. Innerorts könne das die Geislinger Stadtverwaltung entscheiden. Für die Steigen außerorts treffe das Regierungspräsidium in Stuttgart die Entscheidung. Mit ihnen zu reden, könne aber sinnvoll sein. Theiner erinnert an den Blitzer vor der Bahnunterführung bei Urspring. Da sei das auch möglich gewesen – für die Steigen rund um Geislingen könne das vielleicht von Vorteil sein.

Nichts ersetzt die eigene Aufmerksamkeit

Und dennoch: Man könne mit Blitzern, Tempolimits und Verboten nicht jede Gefahr im Keim ersticken, wie Theiner deutlich macht.

Für den Chef des Geislinger Ordnungsamts steht nicht erst mit Blick auf den schrecklichen Unfall vom vergangenen Samstag fest, dass man auch immer angeschnallt sein sollte. Und wer ein Tier bei sich im Auto habe, wie der 30-Jährige am Samstag, sollte während der Fahrt seinen Hund in einer Box halten oder dem Tier ein Geschirr anlegen.

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Die Steigen rund um Geislingen


Vorsicht ist im Verkehr immer geboten, aber natürlich auch bei serpentinenreichen Steigen.

Rund um Geislingen gibt es diese:

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- die Steinenkirchener Steige

- die Oberböhringer Steige

- die Stöttener Steige

- die Türkheimer Steige

- die Waldhausener Steige

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