Geislingen Schüler aus ganz Europa messen sich in Geislingen

Schüler aus ganz Europa treten ab Mittwoch in Wettkämpfen gegeneinander an. Zu den Disziplinen zählt auch das Schwimmen, wie auf unserem Archivbild wieder im 5-Täler-Bad.
Schüler aus ganz Europa treten ab Mittwoch in Wettkämpfen gegeneinander an. Zu den Disziplinen zählt auch das Schwimmen, wie auf unserem Archivbild wieder im 5-Täler-Bad. © Foto: Markus Sontheimer
Geislingen / Von Steffen Ludwig 09.11.2018
Das Geislinger Michelberg-Gymnasium richtet das Europäische Schulsportfest aus. Acht Schulmannschaften kämpfen von Mittwoch bis Freitag um den Sieg.

Einen Beitrag zur Völkerverständigung und zum Frieden – das sehen die Veranstalter im Europäischen Schulsportfest, das ab Mittwoch in Geislingen stattfindet. „Das Europäische Schulsportfest hat in den 48 Jahren seines Bestehens seinen Beitrag geleistet, Grenzen in Europa abzubauen und soll auch künftig den europäischen Gedanken lebendig halten“, heißt es in einer Mitteilung. Junge Menschen begegnen sich über Ländergrenzen hinweg, bauen Missverständnisse und Vorurteile ab – der Grundstein für eine internationale Schulgemeinschaft, meinen die Veranstalter. Das sind die Lehrer des Michelberg-Gymnasiums mit der Schulleitung, die für die Ausrichtung auch in diesem Jahr großen Einsatz zeigen.

Acht Schulteams aus sechs europäischen Ländern treten ab Mittwoch, 14. November, in spannenden und vielfältigen Wettkämpfen gegeneinander an. Die Schüler aus Wien, Hohenschwangau, Bozen und Budapest, Wissembourg, Znaim und Fellbach beziehen bereits am Dienstag ihr Quartier im Bad Überkinger Internat, bevor am Mittwoch die Eröffnungsfeier in der Michelberghalle stattfindet. Anschließend heißen acht Schüler des Michelberg-Gymnasiums die Gäste mit einer Stadtführung auf Englisch in Geislingen willkommen. Gegen 14 Uhr beginnt der sportliche Teil mit den Schwimm-Wettkämpfen im Geislinger 5-Täler-Bad.

Eine Attraktion bietet das Europäische Schulsportfest am Donnerstag bei den Leichtathletikwettkämpfen im Glaspalast Sindelfingen. Dort messen sich die Schüler in den Disziplinen Weit- und Hochsprung, Kugelstoßen, Vortex-Wurf, 60-Meter-Sprint, 60-Meter-Hürden, 400-Meter- und 800-Meter-Lauf, 4x100-Meter-Staffel, sowie in der traditionellen Schwedenstaffel. Die Geislinger Jungen hoffen natürlich, an die Leistungen der Vorjahre anknüpfen zu können, um ihren Titel bei der 48. Auflage der Veranstaltung erneut zu verteidigen. Nach den Wettkämpfen geht’s ins Mercedes-Benz-Museum nach Stuttgart.

Am Freitag, dem letzten Wettkampftag, stehen die Ballsport-Turniere an. Ab 8.30 Uhr zeigen die Mädchen-Mannschaften beim Handball in der Wölkhalle, was sie drauf haben. Die Jungs treten in der Michelberghalle zum Fußball an. Gegen 19.30 Uhr wird in der Autalhalle in Bad Überkingen der Abschluss mit Siegerehrung und anschließendem Abendprogramm für alle teilnehmenden Schüler gefeiert.

Auf den Teamgeist kommt’s an

Im Vordergrund steht die Mannschaftsleistung, – sowohl in den einzelnen Sportarten, als auch für den Gesamtsieg, heißt es in der Mitteilung. Allen teilnehmenden Schulen ist sportlicher Wettkampf ein großes Anliegen.

Das „Internationale Schulsportfest“ entstand aus der Idee des österreichischen Unterrichtsministeriums, einen Vergleichskampf zwischen den Landessiegern in der Leichtathletik aus Österreich und Ungarn zu veranstalten. Seinerzeit beteiligten sich die Städte Wien und Budapest, die Landessieger traten im Jahr 1968 und 1969 in Graz und in Budapest gegeneinander an.

Reise zu Turnieren war erschwert

Die Reise vom Westen in den Osten und umgekehrt gelang den Mannschaften trotz des „Eisernen Vorhangs“, der solche Reisen aus politischen Gründen nahezu unterband. Die damaligen Verantwortlichen waren so begeistert, dass im Jahr 1970 ein Vergleichskampf in Wien mit Schulmannschaften stattfand. Das Teilnehmerfeld wurde mit Schulen aus Wien erweitert und wird somit als die Geburtsstunde des „Internationalen Schulsportfestes“ bezeichnet.

Im Laufe der Jahre nahmen immer mehr Schulen teil, 1975 war das Geislinger Gymnasium in Budapest zum ersten Mal dabei und präsentierte sich schon ein Jahr später als Gastgeber und Ausrichter in der Fünftälerstadt. Obwohl es enorm schwierig war, über die ungarische Grenze ein- oder auszureisen, wurde die Veranstaltung erhalten. Diese war in ihrer Dimension des europäischen Denkens ihrer Zeit weit voraus, meinen die Veranstalter. In Reutte in Tirol wurde das Motto „Ein Fest in Europa für Europa“ geprägt.

Die Organisation der Veranstaltung, an der sich diesmal insgesamt 280 Schüler und Betreuer beteiligen, ist auch heute noch eine große Herausforderung: Die Lehrer des MiGy, das das Sportfest dieses Jahr zum achten Mal ausrichtet, beweisen – unterstützt durch die Schulleitung – großes Engagement. Die Schulgemeinschaft trägt auch den finanziellen Aufwand, weshalb der Mitteilung zufolge andere schulische Veranstaltungen in diesem Jahr finanziell teils zurückstecken müssen. Immer wieder steigen Schulen aufgrund des hohen Aufwands aus dem Teilnehmerkreis aus, es lassen sich aber andererseits auch neue Schulen und Helfer von der Idee begeistern.

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