Vorhaben Schnüffler gehen in Türkheim dem Gestank auf die Spur

Die Türkheimer ärgern sich seit drei Jahre über immer wiederkehrenden Gestank.
Die Türkheimer ärgern sich seit drei Jahre über immer wiederkehrenden Gestank. © Foto: Fotolia (drubig-photo)
SWP 13.11.2017
Was stinkt nun eigentlich genau in Türk­heim? Und wie stark? Eine Rasterge­ruchsmessung soll Fakten liefern.

Drei Jahre lang schon ärgern sich die Türkheimer über immer wiederkehrenden Gestank, der durchs Dorf wabert. Mutmaßlicher Ausgangspunkt ist die Biogas-Anlage im nahen Gewerbepark. Die ENBW, Betreiberin der Aufbereitungsanlage, will deshalb Filter nachrüsten, der Einbau steht allerdings noch aus.

Um nun genau feststellen beziehungsweise differenzieren zu können, welchen Ursprung die Geruchsbelästigungen haben und wie oft sie auftreten, sind ab Januar die Schnüffler am Zuge: Vor einer Woche ging der Auftrag für eine  Rastergeruchsmessung an ein anerkanntes Institut; der Türk­heimer Ortschaftsrat hatte sich dafür ausgesprochen. Die Kosten in Höhe von 32.000 Euro  übernimmt der Zweckverband Gewerbepark. Beginnend am 1. Januar werden in einem Zeitraum von sechs Monaten mindestens acht geprüfte Tester die Gerüche in Türkheim nach einem festgelegten Plan erschnüffeln und dokumentieren. Die Erfassung der Gerüche durch Personen hat gegenüber einer gerätegestützten Messung den Vorteil, dass sie behördlich anerkannt ist, solange sie anhand bestimmter Normen erfolgt, in diesem Fall die Geruchsimmissionsrichtlinie (Giri), und damit zum Beispiel auch juristisch verwendbar wäre. Was sich im ersten Moment ziemlich banal anhört, unterliegt also strengen Vorschriften.

Für die Geruchsmessungen wurden im westlichen Türkheimer Dorfgebiet 15 Messpunkte festgelegt, die von Januar bis Juni regelmäßig anhand des Mess­plans kontrolliert werden. Um möglichst viele äußere Faktoren zu berücksichtigen, wird an allen Wochentagen und zu unterschiedlichen Tages- und Nachtzeiten gemessen. Parallel dazu wird die Wetterlage dokumentiert. Die festgestellten Gerüche werden schließlich in die Geruchsqualitäten Schweinemast, Rinderhaltung und Vergärungsanlage eingeteilt. Damit lässt sich in letzterem Falle eine klare Abgrenzung zu Gerüchen aus der Landwirtschaft erreichen.

Mit Beginn des neuen Jahres werden die Türkheimer also überall den Geruchstestern begegnen. Die Auswertung erfolgt dann im zweiten Halbjahr 2018.

Bereits am Dienstag, 14. November, wird der Arbeitskreis Biogasanlage  die Anlage erneut besichtigen, dieses Mal auch die bisher nicht zugänglichen Bereiche in der Annahmehalle. Den Termin teilte Türkheims Ortsvorsteher Heinz Mekle in der jüngsten Sitzung des Ortschaftsrats mit.