Die Tälesbahn wird zurückgebaut – der Geislinger Gemeinderat vergab dazu jetzt mit einem einstimmigen Votum die Arbeiten. Unterm Strich verdient die Stadt 132 339 Euro und 10 Cent daran, dass eine, die Ulmer Tiefbaufirma „Geiger & Schüle Bau“, die Schienen herausreißt und verkauft.

Nach etlichen Jahren war die IG Tälesbahn mit dem Versuch gescheitert, die verbliebene Stummelstrecke – vom Hauptbahnhof, durch Geislingen, über den Tälesbahnhof bis zur Grube Karl gegenüber den Neuwiesen – für einen gewerblichen Schienenverkehr zu reaktivieren. Vor einem Jahr stellte ein Ingenieurbüro dem Gemeinderat bereits vor, wie die Trasse als Geh- und Radweg genutzt werden kann. Sie muss dafür natürlich erst mal freigeräumt werden.

Auf 4,3 Kilometer Länge zwischen der Gemarkungsgrenze zu Bad Überkingen und dem Prellbock unterhalb vom Bahnhof Geislingen wurden bereits teilweise Büsche abgeholzt und entsorgt. Nun werden Schienen, Schwellen und Weichen ausgebaut, ebenso die Gleise auf der Eybbrücke. Demontiert werden die Signale an den Bahnübergängen. Schadstoffbelastetes Material wie zum Beispiel Holzschwellen muss entsorgt werden. Schienen und Weichen können verkauft werden – offenbar zum Schrottwert.

Die Eybbrücke bleibt bestehen. Außerdem lässt die Stadt beim Tälesbahnhof Gleise liegen, als Erinnerung an die Strecke, wie Oberbürgermeister Wolfgang Amann betonte. „Es wird vorher markiert, was raus kommt und was drin bleibt“, ergänzte Tiefbauleiter Ulrich Weingart. Auf Nachhaken von Stadtrat Peter Zajontz (SPD) wird sich die Stadtverwaltung rechtzeitig mit der IG Tälesbahn in Verbindung setzen, die seinerzeit Schienen erneuert hatte.

21 Firmen hatten sich zunächst für die Rückbauarbeiten interessiert, 15 gaben schließlich ein Angebot ab. Das günstigste stammt von der Ulmer Baufirma, die über eine eigene Gleisbauabteilung verfügt. Der Gemeinderat stimmte dem einhellig zu. Und wie Stadtrat Jürgen Peters (SPD) anmerkte, waren die Preisspannen zwischen den Angeboten offenbar extrem hoch – sie werden unter Verschluss gehalten. „Geiger & Schüle Bau“ beginnt am 12. November mit dem Rückbau; er soll zum Jahresende beendet sein.