Der Parkplatz vor dem ehemaligen Stadtbad im Geislinger Notzental ist mit einem Bauzaun völlig abgeriegelt, die Tür zur Turnhalle auf der Hinterseite des Gebäudes, durch die sonst Schüler des Helfenstein-Gymnasiums ein- und ausgehen, ist verschlossen. Der Grund: Arbeiter haben damit begonnen, die mit dem gesundheitsschädlichen Holzschutzmittel PCP belasteten Holzelemente zu entfernen. Während der Schadstoffsanierung gelten besondere Sicherheitsvorschriften, erläutert Schadstoffexperte Ulrich Weiss, der für die Bauüberwachung zuständig ist. Denn wenn die Holzteile  ausgebaut werden, wird mit PCP belasteter Staub aufgewirbelt, erläutert er. Die Arbeiter müssen deshalb Atemschutz und einen Einwegschutzanzug tragen, wenn sie mit dem belasteten Material hantieren.

Luftschleusen trennen kontaminierte von gereinigten Bereichen

Darüber hinaus werden kontaminierte Bereiche in der Halle von den bereits gereinigten durch Luftschleusen getrennt. Auch der Zugang zur Stadtbadturnhalle ist im Moment nur durch eine Schleuse möglich: Vor dem Eingang an der Vorderseite ist eine Art luftdichter Windfang aus Kunststoff-Planen angebracht, dahinter befinden sich zwei Kammern, getrennt durch drei Türen, die nie gleichzeitig geöffnet sein dürfen, sodass keine kontaminierte Luft nach außen dringt. Holzteile werden gründlich abgesaugt, bevor sie aus der Halle gebracht werden. Die Luft im Inneren wird mit speziellen Unterdruckmaschinen abgesaugt und gefiltert, bevor sie ins Freie geleitet wird.

Halle soll zum Start des neuen Schuljahrs wieder benutzbar sein

Noch vor den Sommerferien sollen alle belasteten Elemente entfernt und die Halle gereinigt sein, sagt German Wehle vom Stadtbauamt. Dann werden die neuen Decken und der Prallschutz eingebaut. Zu Beginn des neuen Schuljahrs soll die Halle wieder nutzbar sein. Für die Hegy-Schüler bedeutet dies bis zu den Sommerferien Sportunterricht im TG-Stadion im Eybacher Tal, sagt Schulleiter Wolfgang Rapp. Bei schlechtem Wetter werden aber auch Stunden ausfallen müssen, denn die Möglichkeit, in eine andere Halle auszuweichen, gibt es nicht.

Arbeiten im zweiten Obergeschoss der Pestalozzischule

In der Pestalozzischule ist ebenfalls alles für die PCP-Sanierung vorbereitet. Während des laufenden Schulbetriebs wird diese Woche das zweite Obergeschoss in Angriff genommen, das wegen Problemen mit dem Brandschutz schon seit Monaten geräumt ist. Auch in der Schule ist der Bereich, in dem die PCP-Sanierung vonstatten geht, vom Rest des Gebäudes abgetrennt: Zugang zu den Klassenzimmern gibt es nur über eine Schleuse, die Fenster sind vollständig mit Folie abgeklebt.

Holzdecken werden ausgebaut in den Sommerferien

In den übrigen Etagen werden die Holzdecken in den Sommerferien ausgebaut. Danach steht die Elektrosanierung an, bei der unter anderem die alten Leitungen ausgetauscht werden, berichtet Stefan Dangelmaier vom Stadtbauamt. Damit in dieser Zeit der Unterricht weitergehen kann und der Schulbetrieb möglichst wenig gestört wird, stellen die  Handwerker ein Zimmer nach dem anderen fertig.

Dieser Artikel war zuerst im ePaper und der gedruckten Ausgabe der GEISLINGER ZEITUNG (27. Juni) erschienen.