Geislingen an der Steige Sascha Binder: Mehr Konflikt schärft das Profil

Wünscht sich mehr Konflikt im Umgang mit den Grünen: Sascha Binder aus Geislingen.
Wünscht sich mehr Konflikt im Umgang mit den Grünen: Sascha Binder aus Geislingen. © Foto:  
DYK 19.04.2016
Als "ersten Schritt" zur Aufarbeitung des Wahldesasters bewertet Sascha Binder die Klausurtagung der SPD in Fellbach. Er und Heike Baehrens wünschen sich, dass die SPD ihre Politik mit mehr Emotion vertritt.

"Das kann aber nur der erste Schritt sein", warnt der wiedergewählte Geislinger Landtagsabgeordnete Sascha Binder vor einem Nachlassen des Bemühens um eine Aufarbeitung. Am Samstag trafen sich die Verantwortungsträger der Landes-SPD in Fellbach, um ihre Fehler zu analysieren. Es sei intensiv diskutiert worden, was sich an der SPD künftig verändern muss, um bei Wahlen wieder erfolgreich zu sein, berichtet die Göppinger Bundestagsabgeordnete Heike Baehrens. Es könne so nicht weitergehen, hatte Sascha Binder noch am Wahlabend deutlich gemacht. Die Partei habe sich in der Regierung gegenüber den Grünen zu wenig profiliert. "Da hätten wir einen gezielten Konflikt fahren müssen, damit die SPD in der Regierung besser erkennbar ist", ist Binder überzeugt. Sein Profil schärfen könne man nur auf diesem Weg.

Binder nennt als Beispiel sein Engagement für den Metropolexpress bis Geislingen oder aber den barrierefreien Bahnhof. Im Konflikt um diese Themen hätten die Geislinger Wähler erkannt, dass er sich darum kümmere. In Fellbach sei sich die Partei einig gewesen, dass ihre Politik mit mehr Emotion vermittelt werden müsse.

"Da muss sich jeder fragen, ob er der Richtige ist", sagt er mit Blick auf die Kritik der Parteibasis am Spitzenkandidaten Nils Schmid, der zwar als blitzgescheit, aber emotionslos wahrgenommen wird. Das Regierungsteam der SPD ist in den Augen Binders gut gewesen. Man brauche aber nicht nur Bierzeltredner, sondern auch Macher. "Das hätte ich in Nils Schmid schon gesehen", so Binder, "aber es ist ihm nicht gelungen, das rüberzubringen". In der Parteibasis wurden Stimmen laut, Schmid solle den Parteivorsitz niederlegen.

Jetzt die Köpfe rollen zu lassen, "das ist nicht die richtige Antwort", ist Heike Baehrens überzeugt. Einer guten Regierungsarbeit stehe mangelnde Strahlkraft des Spitzenkandidaten gegenüber, stellt auch sie fest. Es sei im Wahlkampf aber auch spürbar gewesen, dass die SPD mit ihren Botschaften daneben lag - nur sei da die Kampagne schon gelaufen. "Die Politik reagiert nicht auf das, was uns Sorgen macht", diesen Vorwurf müsse sich die SPD gefallen lassen. Daran müsse nun die Partei arbeiten. Am 30. April soll die Parteibasis bei einer Konferenz in Böblingen den zweiten Schritt zur Aufarbeitung machen.