Geislingen Sankt Sebastian: Gemeinde feiert Sanierung

Geislingen / Angelina Neuwirth 12.09.2018
Nach der Sanierung ist die Kirche Sankt Sebastian in Geislingen wieder geöffnet. Am Sonntag findet das Gemeindefest statt.

Die Polster auf den Bänken fehlen noch – dann ist die katholische Kirche Sankt Sebastian in Geislingen wieder bereit für Besucher, die sich zum Gottesdienst zusammenfinden. Seit Anfang des Jahres war die Kirche geschlossen; ein neues Heizungssystem wurde installiert, die Stühle durch Bänke ersetzt, der Putz im Inneren teilweise erneuert und gestrichen, und ein Feuchtigkeitsmesser wurde eingerichtet. Mit der Renovierung des Innenraums ist nun der letzte von vier Bauabschnitten und die Sanierung der Kirche abgeschlossen.

Grund für die Sanierung waren zahlreiche Mängel, die bei einer Bauüberprüfung ans Licht gekommen waren, erzählt Dekan Martin Ehrler. „Es gab Feuchtigkeitsschäden im Dachstuhl und an den Innen- und Außenwänden der Kirche“, sagt er. Auch die Fußbodenheizung war defekt – um sie zu erneuern, hätte der gesamte Kirchenboden aufgemacht werden müssen. Kleinere sicherheitstechnische Mängel waren ebenfalls vorhanden: Die Treppe zur Empore und der Zugang zum Dachboden und zum Turm hätten den Sicherheitsstandards nicht mehr entsprochen, erklärt Ehrler. „Dabei ging es meist nur um wenige Zentimeter. Die Treppe zur Empore beispielsweise war ein bisschen zu schmal“, fügt er hinzu.

Vor drei Jahren begann der Umbau

2015 begann der Umbau der Kirche in vier Bauabschnitten – bei den ersten drei Abschnitten wurde der Betrieb im Inneren der Kirche nicht gestört. Erst die Arbeiten im Innenraum zwangen die Verantwortlichen zum Umdisponieren. Der Gottesdienst wurde in dieser Zeit nach Sankt Maria in Altenstadt und in die Erlöserkirche in Amstetten verlegt.

„Die genehmigte Bausumme der Sanierungsarbeiten liegt bei knapp 1,2 Millionen Euro“, sagt Dekan Ehrler, fügt aber hinzu: „Wie viel es am Ende kosten wird, kann man jetzt noch nicht sagen.“ Die Kirche sei auch auf Spenden angewiesen, erklärt er. Mehr als 30 000 Euro seien an Spenden bereits zusammen gekommen, und die Diözese Rottenburg-Stuttgart habe die Arbeiten mit 836 000 Euro bezuschusst, erzählt Ehrler.  Aber 57 000 Euro fehlen noch, um den Eigenanteil der Gemeinde zu decken.

Orgel muss gestimmt werden

Die Fußbodenheizung der Kirche wurde durch ein Bankstrahlersystem ersetzt. Wo die Kirchgänger zuvor noch auf Stühlen saßen, sind jetzt Bänke – dadurch bietet die Kirche mehr Sitzplätze bei Gottesdiensten. Auch die Fenster wurden neu abgedichtet und mit Heizkörpern versehen. Mit dieser Maßnahme und einem Luftfeuchtigkeitsmesser soll verhindert werden, dass sich Dunst auf den Fenstern niederschlägt und sich dann als Feuchtigkeit im Gebäude festsetzt, erklärt Ehrler. Durch eine automatische Lüftung werden die Kirchenfenster je nach Bedarf geöffnet oder geschlossen, damit die Luft in der Kirche weder zu trocken noch zu feucht ist. Während der gesamten Sanierungsarbeiten im Innenraum blieb die künstlerische Gestaltung der Kirche erhalten, sagt Dekan Ehrler. „Liturgische Orte wie der Ambo, der Altar und der Tabernakel sind drinnen geblieben“, fügt er hinzu.

Bevor der Gottesdienst am Sonntag um 11 Uhr und das anschließende Gemeindefest beginnen können, sind aber noch einige kleinere Arbeiten zu verrichten: Die Orgel wird noch gestimmt, damit sich der Orgelspieler bei der Begleitung der Gemeinde nicht „im Ton vergreift“. Nach dem Gottesdienst gibt Architekt Manfred Hufschmied aus Gingen einen Einblick in die Arbeiten, die an der Kirche gemacht worden sind. Anschließend gibt es ein Mittagessen und Kaffee und Kuchen.

So sieht es nun in der Kirche aus.
So sieht es nun in der Kirche aus. © Foto: Markus Sontheimer

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