Seit knapp drei Wochen läuft der kleine Grenzverkehr zwischen Waldhausen und dem Kreis Heidenheim. Möglich macht dies die Erweiterung der (Rufbus-) Linie 59 Geislingen- Waldhausen bis nach Gerstetten. Steffen Fauth, der mit seinem ­Taxi-Unternehmen die Strecke bedient, ist überrascht, wie gut das neue Angebot angenommen wird. „Ich habe derzeit täglich drei bis vier Fahrten“, sagt er.

Die Rufbus-Verbindung besteht schon seit einem Jahrzehnt, die Erweiterung schultern der Kreis Göppingen, der Kreis Heidenheim und die Gemeinde Ger­stetten gemeinsam. Das Prinzip: Von einer Pauschale wird der Fahrpreis abgezogen, den Rest tragen die beteiligten Partner. Eine einfache Fahrt von Waldhausen nach Gussenstadt kostet 3,50 Euro, bis nach Gerstetten 3,90 Euro. Von Gerstetten nach Geislingen sind es 5,30 Euro. „Wir rechnen vierteljährlich ab“, sagt Jörg-Michael Wienecke, der Leiter des Amts für Mobilität und Verkehrsinfrastruktur in Göppingen. Über genaue Kosten lässt sich damit noch nichts sagen. Als Orientierungsgröße gibt es aber zumindest die Werte für die bisherige Strecke Waldhausen-ZOB Geislingen (4,40 Euro), dem Endpunkt. Die lagen bei 20 000 bis 25 000 Euro im Jahr. Wienecke: „Man kann sagen: Je mehr Fahrten, desto teurer wird es für uns.“ Wobei er auf keine allzu günstige Abrechnung hofft, „wir wollen ja, dass das System nachgefragt wird“. Mit der Erweiterung trage man den örtlichen Gegebenheiten Rechung. „Es bestehen zwischen den Orten vielfältige Verbindungen. Außerdem orientieren sich viele Menschen aus Gussenstadt und Ger­stetten auch nach Geislingen.“

Und – im Falle der Pendler – bis nach Stuttgart. „Da muss man sich nur mal in den Straßen rund um den Geislinger Bahnhof umschauen. Da sieht man viele Heidenheimer Kennzeichen“, sagt der Waldhausener Ortschaftsrat Klaus Walliser, der jüngst die erweiterte Verbindung bei einer Bürgerinfo vorstellte. Für diese Pendler sei der Rufbus – er muss mindestens eine Stunde vor der Abfahrtszeit bei Fauth angefordert werden – eine Option, das Auto auf der Alb stehen zu lassen: Der Rufbus ist bis in den späten Abend stündlich getaktet und auf die Zugfahrzeiten abgestimmt. Walliser, der selbst regelmäßig nach Stuttgart pendelt: „Ich bin noch nie stehen gelassen worden, höchstens von der Bahn.“

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