Bau Rückläufiger Wohnungsbau im Alb-Donau-Kreis

In der Oberen Gasse in Nellingen ist 2017 ein Mehrfamilienhaus entstanden, das jetzt bezogen werden kann.
In der Oberen Gasse in Nellingen ist 2017 ein Mehrfamilienhaus entstanden, das jetzt bezogen werden kann. © Foto: Markus Sontheimer
Alb-Donau-Kreis / swp 25.07.2018

Im vergangenen Jahr wurden im Alb-Donau-Kreis insgesamt 885 Wohneinheiten erstellt – darunter 477 Ein- und Zweifamilienhäuser. Dafür haben die Bauherren 280,9 Millionen Euro investiert. Das weist eine Bilanz des Statistischen Bundesamtes aus.

Dem „Verbändebündnis Wohnen“ in dem sich Baugewerkschaft IG BAU und Bauwirtschaft zusammengeschlossen haben, ist das zu wenig. Wenn der Alb-Donau-Kreis seinen Beitrag zur Wohnraum-Offensive der Bundesregierung leisten wolle, müsste es mehr sein, teilt das Bündnis mit. Der Neubau bezahlbarer Wohnungen sei die einzige effektive Antwort auf steigende Mieten und hohe Immobilienpreise, von denen auch Baden-Württemberg betroffen sei, sagt Andreas Harnack von der IG Bau.

Auch bundesweit seien im vergangenen Jahr nur rund  285 000 Wohnungen neu gebaut worden. Dabei habe die Große Koalition von CDU/CSU und SPD eine ganz andere Messlatte gelegt: 1,5 Millionen Neubauwohnungen bundesweit bis 2021 – also 37 000 pro Jahr. Das Bündnis Wohnen fordert daher Bund, Land und Kommunen auf, vor allem etwas für den bezahlbaren  Wohnungsbau zu tun. „Die Menschen müssen sich die Miete auch leisten können“, so Harnack. Wohneigentum sei auch eine wichtige Altersvorsorge. „Die eigenen vier Wände sind da und haben Bestand – und das unabhängig davon, wie die Rentenhöhe im Alter schwankt. Sie bieten die Sicherheit über dem Kopf – ohne Angst vor Mieterhöhungen oder Kündigung.“Für das „Bündnis Wohnen“ steckt im Wohnungsmangel und steigenden Mieten auch sozialer Sprengstoff. Gerade beim Neubau von Sozialwohnungen drohe ein Desaster, wenn der Bund hier nicht ordentlich Geld in die Hand nehme und investiere. Tag für Tag fielen Sozialmietwohnungen aus der Bindung. „Der Bestand an Wohnungen für Menschen, die einen Wohnberechtigungsschein haben, schmilzt kontinuierlich ab“, warnt Andreas Harnack. Im Alb-Donau-Kreis würden auch altersgerechte Wohnungen fehlen.

Der Bund müsse dem Wohnungsneubau jetzt „Turbo-Impulse“ geben: Dazu gehören, so das Bündnis Wohnen, zusätzliches Fördergeld und mehr steuerliche Anreize. Wirksam sei insbesondere eine bessere steuerliche Abschreibung – konkret die Erhöhung der AfA von zwei auf dauer­haft drei Prozent. Die Baubranche brauche verlässliche Rahmenbedingungen, um Fachkräfte und technische Kapazitäten aufbauen zu können.

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