Auf der Wiese hinterm Friedhof im Geislinger Rorgensteig sind die Baumaschinen angerückt. Dort entsteht nach Auskunft des zuständigen Baureferats Süd im Vorgriff auf das neue Entwässerungssystem an der B 10 auf der Geislinger Steige eine sogenannte Retentionsfläche – vereinfacht gesagt eine künstlich angelegte Senke, die bei starkem Regen oder bei der Schneeschmelze das Rohrach-Hochwasser aufnehmen kann. Kosten: rund 140 000 Euro.  Laut Matthias Bauer, dem stellvertretenden Leiter der Behörde, ist dieser Eingriff notwendig, „weil wir beim Bau eines Regen-Klärbeckens als Teil des neuen Entwässerungssystems in die Hochwasser-Rückzugsflächen der Rohrach eingreifen. Was wir an der einen Stelle wegnehmen, müssen wir als Ausgleichsmaßnahme an einen anderen Stelle neu schaffen.“ Die abgetragene Erde komme dann auf Felder auf die Alb, erklärt Bauer: „Wir haben deshalb ein relativ enges Zeitfenster für diese Maßnahme, weil wir uns nach den Landwirten richten müssen.“

Das neue, geschlossene Entwässerungssystem (Kosten anderthalb bis zwei Millionen Euro) ist notwendig, weil bislang das Wasser nur von der Straße abgeleitet wird und dann versickert. Bei Unfällen können auf diesem Wege Öl, Benzin und andere Schadstoffe ins Grundwasser gelangen. Verschärft wird diese Problematik dadurch, dass das Rohrachtal komplett im Wasserschutzgebiet liegt.