Schon am Samstagmorgen war richtig was los in und um die Gewächshäuser des gräflichen Schlosses in Eybach. Zu seinem 40-jährigen Bestehen hatte der Veteranenclub Eybach rund 400 Gäste eingeladen. Da viele mit ihren restaurierten Motorrädern, Mopeds und Autos gekommen waren, gab’s schon einen Tag vor der geplanten Oldtimerschau etlich heilig’s Blechle zu bewundern.

Martin Stahl, seit der Gründung Vorsitzender des VCE, ließ bei seiner Begrüßung kurz die Geschichte des Vereins Revue passieren. Demnach bekamen am 16. Oktober ein paar motorradverrückte Eybacher Jungs von Graf Gottfried von Degenfeld die Erlaubnis, im alten Gewächshaus an ihren alten Motorrädern zu schrauben. Eingefädelt hatte den Deal Schlossgärtner Franz Bundschu, der beim zunächst zögernden Grafen seine Hand dafür ins Feuer legte, dass „diese Jungs keine Rocker“ seien, sondern „rechte Buba“. Das machte im ganzen Dorf schnell die Runde. Noch an der Fasnet habe eine Büttenrednerin vom „Wellblechpuff im alten Gewächshaus“ berichtet, erinnerte sich Stahl schmunzelnd.

Beim folgenden Weißwurstfrühstück gab’s ausreichend Gelegenheit zu „Benzingesprächen“. So unterhielt sich Josef Dunst (63) aus Ellwangen , Besitzer einer BMW R 24, Baujahr 1949, mit Oliver Heilemann aus Bartenbach, der sich eine restaurierte Raleigh Nottingham, Baujahr 1927, zugelegt hat. Immer wiederkehrende Themen aller Gespräche: „Wo bekomme ich Reparaturtipps?“ – „Wo gibt es Ersatzteile?“ – „Was läuft deine Maschine?“

„Wir sind hier wie eine große Familie“, erzählt Peter Kümmel aus Aufhausen, der mit einem grasgrünen Porsche 911 Targa Baujahr 1970 nach Eybach gekommen war. Der Kfz-Meister in der Geislinger Schwabengarage restauriert seit 35 Jahren alte Autos. Auch der alte Porsche erstrahlt dank Kümmels Pflege in neuem Glanz. Da konnte Karl Fischer aus Deggingen gut mitreden. Er besitzt gleich mehrere Oldtimer. Nach Eybach hatte er einen  Alfa Spider Baujahr 1972 mitgebracht.

Während an den Bierbänken rege gefachsimpelt wurde, konnten die Besucher in und ums Gewächshaus eine breite Palette von Oldtimern bewundern. Darunter auch manche Rarität: So stach eine BMW R52 im Originalzustand aus dem Jahr 1928 ins Auge. Das besondere: Die R52 gehört zur ersten Modellgeneration von Motorrädern, die BMW fertigte. Sehenswert  auch das DKW-Motorrad 2E200 mit Riemenantrieb und Karbidlampe, Baujahr 1929.

Als rund 40 Oldtimerfreunde mit ihren Gefährten anschließend zur Sternfahrt rund um Eybach starteten, mussten sie nicht nur auf den Verkehr achten. Es galt auch etliche Fragen zu beantworten. So wollten die Organisatoren unter anderem wissen, wie viele Windräder am Ortsausgang Böhmenkirch stehen oder was sich auf der Kirchturmspitze in Zähringen befindet.

Am Sonntag lud der 17 Mitglieder starke VCE zum gemütlichen Beisammensein mit Oldtimerschau. Und da gab’s dann auch für die Besucher Gelegenheit, die stolzen Besitzer über Herkunft, Geschichte und Restauration ihrer chromblitzenden Karossen zu löchern.

Die ältesten Oldtimer und ihre Fahrer

Sieger der Sternfahrt wurde Dieter Hommel, Geislingen, mit einer NSU 501 T, Baujahr 1928. Den Damenpokal errang Ute Hommel, Geislingen, mit einem Golf 1 GTI. Das älteste Motorrad bei der Sternfahrt war die englische Raleigh Nottingham Baujahr 1927, dessen Fahrer und Besitzer Oliver Heilemann aus Bartenbach stammt. Das älteste Auto fuhr Ulrich Maier aus Geislingen und zwar einen DKW F91, Baujahr 1954. Ältester Teilnehmer beim Veteranentreffen mit über 80 Jahren war Manfred Öchsle aus Uhingen auf einer Moto Guzzi, Baujahr 1952.