Geislingen / RUW  Uhr
Richterin Elke Wilhelm spricht einen Angeklagten frei, der seiner Ex-Frau mit dem Tode gedroht haben soll. Es gab keine Beweise, die für seine Schuld sprachen.

„Ich hatte mich so gefreut, meinen Sohn endlich wiederzusehen“, sagte der Angeklagte am Mittwoch vor dem Amtsgericht Geislingen. Elf Monate hatte er das Kind weder gesehen noch mit ihm gesprochen. Die Mutter soll ihrem Ex-Mann auch verweigert haben, mit dem Jungen zu telefonieren. Am 22. September vergangenen Jahres sollten diese elf Monate dann ihr Ende haben.

Mutter hat Sorgerecht um gemeinsames Kind

Der Angeklagte erzählte vor Gericht, dass ihn ein Verwandter nach Böhmenkirch zu seiner geschiedenen Frau gefahren hatte, um den Jungen dort abzuholen. Er habe das Recht zugesprochen bekommen, das Kind jedes zweite Wochenende zu sich zu holen. Das Sorgerecht liege jedoch bei der Mutter. Als es zum Wiedersehen zwischen Vater und Sohn kommen sollte, entbrannte aber stattdessen ein Streit zwischen den Eltern.

Vor Gericht wollte die Ex-Frau keine Aussage machen. Richterin Elke Wilhelm schilderte deswegen, was die Polizei im vergangenen September zu Protokoll genommen hatte. Sie habe ihrem früheren Ehepartner das gemeinsame Kind nicht über das Wochenende überlassen wollen, weil sie diesen nicht für zuverlässig gehalten habe. Außerdem solle er ein Drogenproblem haben und wolle das Kind ohnehin nur bei den Großeltern abgeben. Nach einem heftigen Wortwechsel lief sie zurück ins Haus.

Am Mittwoch kam es zu einem Unfall auf der B10 zwischen Amstetten und Urspring: Ein Lastwagenfahrer wollte einem weißen Auto ausweichen und kam so von der Fahrbahn ab. Die Polizei Ulm sucht jetzt Zeugen.

Vater fährt zur Polizei

Um sein Recht durchzusetzen und seinen Sohn zu sehen, sei der Vater daraufhin mit seinem Cousin zum Polizeiposten nach Böhmenkirch gefahren. Dort sei allerdings niemand anzutreffen gewesen, weswegen er sich mit dem Revier in Geislingen in Verbindung gesetzt habe. „Ich wollte niemals Ärger machen und ich ärgere mich, dass ich überhaupt hier sitze, weil diese Verhandlung so unnötig ist“, sagte er. Der Angeklagte, der ohne einen Anwalt gekommen war, bestritt sämtliche Vorwürfe.

Die Polizei sieht keinen Zusammenhang zwischen den jüngsten Vorfällen in Reichenbach. Ein 18-Jähriger hatte auf seinen Bruder eingestochen, ein 21-Jähriger hatte in den Reichenbacher Nachthimmel geschossen, und ein 15-Jähriger hatte seine Mutter mit dem Messer bedroht.

Zeuge bestätigt Version des Ex-Mannes

Sein Cousin bestätigte seine Geschichte zudem in allen Einzelheiten. Auch die Staatsanwältin räumte in ihrem Plädoyer ein, dass sich der Tatvorwurf nicht bestätigt habe. Richterin Elke Wilhelm sprach den Angeklagten deswegen frei. Das einstige Ehepaar sieht zudem noch einem Prozess vor dem Familiengericht entgegen. Der Vater hatte die Unterhaltszahlungen an seine einstige Ehefrau vor etwa einem Jahr eingestellt, da sie ihn belogen habe. Er zahle nur noch für sein Kind, wie er zugab.

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