Nachhaltigkeit Reparatur-Café: 16 Experten wollen mitmachen

In Nersingen helfen Experten bereits in Technik- und auch Handarbeitsfragen.
In Nersingen helfen Experten bereits in Technik- und auch Handarbeitsfragen. © Foto: Volkmar Könneke
Geislingen / Kathrin Bulling 14.04.2018

Für Diakon Jürgen Zeller von der katholischen Kirche war der Informationsabend für das geplante Geislinger Reparatur-Café ein Erfolg mit Wermutstropfen: 16 Interessierte erklärten sich bei dem Treffen am Donnerstagabend im Café Wunderbar in den Bronnenwiesen dazu bereit, ab dem Herbst einmal im Monat ihr Fachwissen einzubringen, um kaputte Dinge zu reparieren.

Weil es bei dem nachhaltigen Projekt um mehr als einen reinen Reparaturservice gehen soll, wünschten sich die Initiatoren von der Katholischen Arbeitnehmer Bewegung (KAB) schon im Vorfeld eine Begegnungsstätte, in der die Besitzer der Gerätschaften und die Experten zusammen an einer Lösung tüfteln, es Getränke gibt und die Möglichkeit zum Austausch (wir berichteten). Das Café Wunderbar im Gebäude des Samariterstifts hätte dafür wunderbar gepasst, meint Zeller.

Überraschend für ihn und auch für Christine Pfundtner vom städtischen Netzwerk Bürgerschaftliches Engagement war nun die ablehnende Haltung aus den ­Reihen des ehrenamtlichen ­Café-Teams, des Freundeskreises Samariterstift und der Bewohner des betreuten Wohnens. Etwa 15 Personen hätten bei dem Infoabend ihre Befürchtungen geäußert, dass das Café durch das neue Angebot in Mitleidenschaft gezogen werden könnte, sagt Zeller und spricht von diffusen Ängsten, die man leider nicht habe ausräumen können. „Wir haben einen Film gezeigt, erklärt, was ein Reparatur-Café ist, und auch klar gemacht, dass wir dort nicht hobeln und sägen wollen und jedes Mal aufräumen und sauber machen – aber es ist leider nicht angekommen“, erklärt der Diakon, der das „sehr, sehr schade“ findet.

Nun gelte es, einen anderen Standort zu finden, denn, so Zeller: „Wir wollen das Reparatur-Café auf jeden Fall stemmen.“ Auch Pfundtner bekräftigt: „Das Reparatur-Café kommt. Wir müssen jetzt halt nach Alternativen schauen.“

Das nächste Treffen für alle Interessierten findet am 3. Mai um 19 Uhr im Mehrgenerationenhaus statt – zugleich die Gelegenheit, die Räume als potenziellen Veranstaltungsort in Augenschein zu nehmen. Pfundtner hofft indes darauf, dass vielleicht doch noch einmal ­Gespräche über das Café Wunderbar möglich werden. Hilfreich könnte der gemeinsame Besuch des Reparaturcafés in Kirchheim sein, meint sie: „Vielleicht wird dadurch das Konzept für alle etwas klarer.“