Enttäuschung, Wut, Ärger, aber auch Zuversicht wegen vieler toller Aktionen und Spielzüge: Die Gefühlswelt der Geislinger Landesliga-Fußballer schwankte nach dem 2:2 gegen die TSV Oberensingen hin und her. „Es ist eine Mischung aus allem“, sagte Trainer Daniel Avgustinovic.

Mittelfeldspieler Uwe Grupp: „Lassen Gegner zurück ins Spiel kommen“

Der SC lag vor 300 Zuschauern gegen Titelanwärter Oberensingen 2:0 vorn und kaufte den Gästen in Hälfte eins mit einer starken Vorstellung den Schneid ab. „Aber dann lassen wir den Gegner zurück ins Spiel kommen, beginnen nach dem ersten Gegentor zu wackeln und werden unsicher“, stöhnte Mittelfeldspieler Uwe Grupp. Dem Gegentor ging die erste Unachtsamkeit überhaupt voraus, aber die war der Türöffner für die Gäste, die gegen nun verunsicherte Geislinger die Chance ergriffen und dem SC noch zwei Punkte entrissen. „Es waren zwei gleichwertige Teams, aber wenn du 2:0 führst, solltest du das Ding eigentlich nach Hause bringen und besser verteidigen. Dann tut es halt mal weh“, sagte Abteilungsleiter Andreas Strehle. Er attestierte den Ober­ensingern die Abgezocktheit, die seinem Team manchmal fehlt. „Wir sind in vielen Situationen einfach noch zu grün.“

SC Geislingen hätte höher führen können

Grupp trauerte aber auch den beiden Chancen gegen Ende der ersten Hälfte nach: „Wir hätten durchaus höher führen können.“ Die Abschlüsse von Mihael Kepic und Melih Karahan waren nicht schlecht, aber es fehlte eben das gewisse Quäntchen, das es in solchen Momenten braucht: Entschlossenheit, Glück, eine halbe Sekunde. So warf sich ein Ober­ensinger mit aller Macht gerade noch rechtzeitig in den Schuss von Kepic (40.). Eine Minute später fischte Torhüter Florian Hekele, mit einem Abschluss ins lange Eck spekulierend, Karahans Schuss noch aus dem kurzen Eck und verhinderte einen höheren Pausenrückstand als 0:1.

Yasin Ceküc bringt den SC in Führung

Die Geislinger hatten nach anfänglichem Abtasten die Initiative ergriffen und waren in der 17. Minute nach einem sehenswerten Angriff in Führung gegangen. Sven Sönmez leitete ein, Karlo Petricevic gab von der linken Seite maßgenau herein auf den Fuß von Yasin Ceküc, der das Leder im Tor versenkte. Nach dem Wechsel erhöhte der SC nach einem weiten Einwurf von Petricevic, den Marcel Mädel verlängerte, durch Karahan auf 2:0 (51.). Wäre es das 3:0 gewesen, hätte es die Gäste wohl endgültig demoralisiert. War es aber nicht. Und so witterte die Mannschaft von Trainer Andreas Broß Morgenluft und setzte den SC nach Philip Kühnerts Kracher in den Winkel (53.) gehörig unter Druck. Sechs Minuten vor dem Ende gelang Matteo-Pio Stefania mit einem für Torhüter Max Piegsa unhaltbaren Schuss ebenfalls in den Winkel der Ausgleich (84.). Wieder hatte der SC nicht energisch genug verteidigt und dem Oberensinger Neuzugang gestattet abzuziehen.

Avgustinovic: „Haben dagegengehalten“

„Normalerweise verlierst du so ein Spiel dann noch, aber wir haben uns zum Schluss wieder aufgerappelt und dagegengehalten“, lobt Avgustinovic die Moral seiner Spieler. Und so boten sich Kapitän Nicola Orlando und Jozef Kqiraj in der Nachspielzeit die Chancen zum Lucky Punch. Doch der eine verzog knapp, der andere scheiterte an Torhüter Florian Hekele.

SC Geislingen: Piegsa – Strehle, Grupp, Schöll, Bäumel, Petricevic, Orlando, Kepic (90. Klein), Sönmez (27. Karahan), Ceküc (85. Kqiraj), Mädel (70. Zuljevic).

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