Ferienprogramm Reiten ist nicht nur für Mädchen cool

Ob oben sitzen, unten am Zügel führen oder das Tier einfach nur streicheln: Pferde machen Spaß.
Ob oben sitzen, unten am Zügel führen oder das Tier einfach nur streicheln: Pferde machen Spaß. © Foto: Sabine Graser-Kühnle
Nellingen / Sabine Graser-Kühnle 29.08.2018

Dass vor allem Mädchen ein großes Herz für Pferde haben, ist sicher mehr als ein Klischee. Doch das trifft wohl hauptsächlich auf die Teeniemädchen zu. Denn unter den 14 Kindern beim Ferienprogramm des Reitvereins Nellingen waren diesmal drei Buben. Den ältesten, Emilian (er ist neun), hat vor zwei Jahren die Leidenschaft gepackt. Heute ist es seine dritte Teilnahme beim Reiten im Ferienprogramm. „Weil es cool ist“, sagt er im Brustton der Überzeugung.

In der Reithalle ist es derweil noch ruhig: Drei Pferde, die Leiterinnen der Jugendabteilung Janina Ruff und Luisa-Marie Semle sowie ihre vier Mitstreiterinnen, 14 Kinder und kein Gekreische. Ob das auch der Respekt vor den großen Tieren ist? Ja, ein wenig Angst hatte Leonie anfangs schon: „Aber zum kleinsten Pferd bin ich dann doch gegangen“, meint sie nach ihrer ersten Reitrunde stolz. Das ist einer der pädagogischen Nebeneffekte beim Reiten, bestätigt Janina Ruff: „Die Kinder überwinden eine Angst und steigern dadurch ihr Selbstbewusstsein.“

Bevor es jedoch auf den Rücken der Pferde geht, ist erst mal Arbeit angesagt: Die Tiere werden geputzt und gestriegelt, die Hufe ausgekratzt. Dass beim Striegeln verschiedene Bürsten zum Einsatz kommen, wundert Hanna gar nicht: „Es kommt ja darauf an, wo man bürstet, auf dem Hals oder dem Rücken.“ Sie findet es einfach toll, dass das Pferd „ganz lieb war“, als sie ihm den Huf ausgekratzt hat. Und Leonie hat beobachtet, dass die Pferde es lieben, wenn sie gestriegelt werden: „Das gefällt ihnen so gut, dass sie ganz ruhig stehen bleiben.“

Dann geht’s endlich zum Reiten: Mit Hilfestellung von Luisa-Marie steigt Hanna auf das Tier, Nathalie darf es am Zügel durch die Halle führen. Nathalie mag es lieber, wenn sie führen darf. Da ist sie viel näher beim Tier, kann es öfter streicheln und am Hals klopfen, als wenn sie oben sitzt. Svenja dagegen zieht das Reiten vor: „Da ist man so groß und es fühlt sich toll an.“ Doch die meisten lieben beides.

Nach der Reitstunde dürfen die Kinder noch ein wenig ins Voltigieren schnuppern. Erste kleine Kunststückchen werden zunächst auf dem „Fasspferd“ geübt, also dem nachgebauten Tier. Grundsitz, Fahne und Liegestütze stehen an. „Den Rücken gerade und deinen Kopf hoch“, korrigiert Luisa-Marie, bevor das „echte“ Pferd wartet.Die Mütter holen an diesem Tag zufriedene und müde Kinder ab.

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