Exkursion Reise zu den Schätzen der Weisheit

Vor der Seitenkapelle mit den Kreuzreliquien stellte sich die Gruppe zum Erinnerungsfoto auf.
Vor der Seitenkapelle mit den Kreuzreliquien stellte sich die Gruppe zum Erinnerungsfoto auf. © Foto: Thomas Dix
Wiblingen/Geislingen / swp 08.06.2018

Die barocke Klosteranlage in Wiblingen, ein Höhepunkt des Oberschwäbischen Barock, war das Ziel einer Exkursion des Kunst- und Geschichtsvereins Geislingen. Ausführlich besichtigten die Teilnehmer den Bibliothekssaal und die Basilika unter sachkundiger Führung. „Hier liegen alle Schätze der Weisheit“ verkündet auf lateinisch stolz die Inschrift über dem Portal des zwischen 1740 bis 1750 errichteten prächtigen Bibliothekssaales im Nordflügel der Anlage. Ausführlich bekam die Gruppe alle Details der Gestaltung des spätbarocken Raumes und das ikonografische Programm erläutert. Optisch bestimmen die marmorierten Holzsäulen, die eine ausschwingende Balustrade tragen, den Raumeindruck.

Allegorische Figuren an den Längs- und Schmalseiten des 23 Meter langen und elf Meter breiten Raumes symbolisieren Wissenschaften und die Tugenden. Das Deckengemälde, ein Werk des Weißenhorner Künstlers Franz Martin Kuen, vereint Vertreter antiker und christlicher Wissenschaft. Beim Eintritt in den Raum fällt der Blick auf die Vertreibung aus dem Paradies, blickt man am Ende des Raumes zurück, ist die Missionierung, der Auftrag der Mönche, dargestellt. Im Zentrum thront die Allegorie der Weisheit Gottes. Rund 15.000 Bände waren hier bis zur Säkularisation versammelt, mehr als die zeitgenössischen Universitätsbibliotheken normalerweise enthielten.

 Lange ließen die Teilnehmer den Raum auf sich wirken, bis man sich in die ehemalige Klosterkirche begab, die Basilika St. Martin, deren theologisches Programm ganz auf das Kreuz verweist. Denn die Stifter des Klosters, die Grafen von Kirchberg, übergaben dem ersten Abt bei der Einweihung im Jahr 1099 drei angeblich vom Kreuz Christi stammende Holzpartikel. Sie werden noch heute als Reliquienschatz in einer Seitenkapelle der Kirche aufbewahrt.

 Die jetzige Kirche wurde 1783 geweiht. Sie steht auf dem Platz von zwei Vorgängerbauten und ist einheitlich im Stil des Frühklassizismus ausgestattet. Die ganz auf Weiß und Gold ausgerichtete Farbigkeit ergibt einen weiten und hellen Raumeindruck. Die großen Fensterreihen lassen viel Licht herein. Auch hier wurde den Teilnehmern ausführlich das im maßgeblich von Januarius Zick gestaltete Bildprogramm erläutert, in dessen Mittelpunkt das Kreuz steht.

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