Zeltlager Ferienfreizeit: Raumstation in Tomerdingen

Tomerdingen/Geislingen / Angelina Neuwirth 03.08.2017
96 Kinder nehmen an der Ferienfreizeit von Turngemeinde und Sportclub teil. Am Donnerstag sind die Eltern zum Besuchstag geladen.

Kommt alle zur Beerdigung von Mars! So schallt es am Morgen im Zeltlager von Turngemeinde und Sportclub in Tomerdingen. Eine kleine Gruppe schart sich um einen Sarg und lädt zu einer Beerdigung ein. Beerdigung im Zeltlager? Der zwölfjährige Steffen erklärt: „Wir haben gerade den Kriegsgott Mars beerdigt, weil er vom Space-Taxi überfahren wurde.“ Maxime und Alannah, beide elf, fügen hinzu: „Obwohl wir alle traurig waren, sind wir auch froh, weil Mars nicht so gern im Weltall gelebt hat.“

Dass die 96 Jungen und Mädchen Spaß am Motto „Lagern im All“ haben, ist gleich auf den ersten Blick zu erkennen. Auf dem Zeltplatz gibt es eine Weltraumstation, in die sich die Kinder gerne zurückziehen, um sich auszuruhen. Mal schwebt ein UFO vorbei, und auch eine Rakete ist gerade in der Entstehung.

Im Basteltzelt herrscht höchste Aufruhr. „Ein Außerirdischer ist gerade auf dem Mond gelandet!“, ruft der elfjährige Ben, als er einen Käfer auf der Miniatur-Weltraumlandschaft entdeckt. Noch ist sie nicht fertig, aber schon bald sollen Raumfahrzeuge hier rollen und andere Planeten im Orbit schweben.

Ein paar Zelte weiter befindet sich die „Astronautenkneipe“, in der man sowohl innen als auch draußen auf dem Dach sitzen kann. Von dort läuft eine Seilbahn zum nächsten Zelt.

„Die Seilbahn haben wir gebaut, um zwischen uns und dem anderen Zelt Sachen hin- und herzuschicken“, erklärt der zwölfjährige Max. Sein gleichaltriger Freund Maxi verrät, welche Sachen das sein könnten. „Sonst müssen wir nachts noch zu den anderen rüberrennen, wenn wir nichts Süßes haben.“

Lagerleiter Till Lohse verfolgt das Ganze kopfschüttelnd. „Das würdet ihr so oder so nicht machen, weil wir das merken würden“, sagt er. Abgesehen von ­akuter Süßigkeiten-Knappheit scheint es den Kindern aber gut in Tomerdingen zu gefallen.

Lea findet den Pool und das Trampolin cool, und die Betreuer sind auch alle nett. „Aber am besten ist die rote Wurst, die es nach der Nachtwanderung gibt!“, sagt die Zwölfjährige. Besonders gut gefallen hat ihr auch, dass das Singen am Lagerfeuer bei Regen ins Essenszelt verlegt wurde.

Der Regen ist ungebetener Gast im Lager. Auch der elfjährige Tobias beschwert sich über ihn. „Ich hätte gerne am Montag schon angefangen zu bauen, aber weil alles noch nass war, mussten wir bis Dienstag warten“, erzählt er. Der zwölfjährige Danny stimmt zu und hofft, dass es ab jetzt trocken bleibt, damit die Geländespiele stattfinden können.

Bei so viel Programm kann man schon mal müde werden und ein kleines Mittagsschläfchen gebrauchen. „Die Betreuer denken sich immer tolle Sachen aus, aber wenn man nicht will, muss man nicht mitmachen. Man kann auch mal den ganzen Tag im Zelt liegen“, was dem elfjährigen Ben gefällt. Auf die Zwanglosigkeit legt auch Lagerleiter Till Lohse viel Wert. Niemand soll bei etwas mitmachen müssen, auf das er keine Lust hat. Bei dem großen Angebot an sportlichen Aktivitäten wie Fußball, Tischtennis oder Federball, und den kreativen Dingen im Bastelzelt ist sicher für jeden etwas dabei.

Die Kinder, die sich lieber etwas handwerklicher betätigen, können vor ihren Zelten bauen, worauf sie Lust haben. Dabei ist Lohse wichtig, dass es keine Vorgaben gibt und die Kinder sich austoben können.

Info Das Zeltlager ist am Donnerstag ab 18 Uhr für Besucher geöffnet. Die Kinder führen einen Tanz auf, eine Spielstraße wird aufgebaut. Für Speisen und Getränke ist gesorgt. Damit richtiges Zeltlager-Ambiente aufkommt, wird gemeinsam am Lagerfeuer gesungen. Das Besuchsfest ist dafür da, um  den Eltern das Zeltlager näherzubringen und eventuelle Sorgen zu zerstreuen.