Treffelhausen/Ludwigsburg Rap für Eduard Mörike

EVA BECK 30.11.2012
Jakob Thieme und Andreas Lang aus Treffelhausen haben den ersten Preis des Contests "Mörike gerappt" der Mörike-Gesellschaft in Ludwigsburg gewonnen. Im Song geht es um Liebe und Sehnsucht.

Ein Dichter aus dem 19. Jahrhundert und Hip-Hop - dass das zusammenpasst, haben zwei 18-Jährige aus Treffelhausen bewiesen. Jakob Thieme und Andreas Lang haben mit ihrem Video "1867" unter vielen hundert Einsendungen den ersten Preis des Wettbewerbs "Mörike gerappt" der Ludwigsburger Mörike-Gesellschaft gewonnen.

Der Text musste etwas mit der Lyrik des schwäbischen Dichters zu tun haben - und so es geht im Song um Liebe, Schmerz und Sehnsucht: "Wir schreiben das Jahr 1867, der Gedanke an dich drängt mich an meinen Schreibtisch und lenkt mich durch ein Labyrinth ohne Ausgang, wenn ich meine Konzentration verlier, das Kopfkino mit dir wieder unkontrolliert passiert. . .", singt Jakob, der schon vor dem Wettbewerb getextet und gerappt und sich den Künstlernamen "Poetenheld" gegeben hat. Die Deutschlehrerin der beiden hat den Flyer, auf dem die Mörike-Gesellschaft den Wettbewerb ausgeschrieben hatte, mit in den Unterricht gebracht: "Eine spannende Herausforderung, die ich unbedingt annehmen wollte", sagt Jakob.

Gedreht haben die beiden auf der Geislinger Burgruine Helfenstein, Jakob hat das Drehbuch geschrieben, Andreas gefilmt. Die Ruine, die Dächer der Stadt, der Ödenturm - ein würdiger Rahmen, um dem Dichter aus Ludwigsburg ein gerapptes Denkmal zu setzen. Die Beats zu "1867" hat ein Mitschüler geschrieben: Jonathan, der sich "Neon" nennt.

Als die Einladung zur Preisverleihung ins Scala nach Ludwigsburg kam, wussten die beiden Schüler des Geislinger Helfenstein-Gymnasiums schon, dass sie es unter die ersten Drei geschafft haben. "Ich hatte schon den Anspruch, oben dabei zu sein", sagt Jakob, der sich erst durch den Wettbewerb überhaupt mit Eduard Mörikes Leben und Werk beschäftigt hat. "1867" erzählt von einer unerfüllten Liebe des Dichters - ein Thema, das zeitlos genug ist, um in einem Song auch heute noch zu funktionieren. Jakob und Andreas haben mit ihm den ersten Preis gewonnen - inklusive Urkunde und 500 Euro Preisgeld.

Das wird in die künstlerische Zukunft investiert, um die Technik aufzurüsten - für weitere Songs und Drehs. Und vielleicht sind die beiden Treffelhausener ja bald im Fernsehen zu sehen: Der Geschäftsführer der Mörike-Gesellschaft habe angekündigt, ihren Beitrag an die 3sat-Kultursendung "Kulturzeit" zu schicken, erzählt Andreas stolz. Mit einem Tribut an Eduard Mörike, gerappt und im Jahr 2012.

Info Das Video "1867" ist auf der Internetplattform you tube zu sehen unter: www.youtube.com/watch?v=DBgcMrIU9Ck