Geislingen Rätsel um zwei tote Schlangen im Längental

Geislingen / Ruben Wolff 29.06.2018
Im Längental sind tote Schlangen aufgetaucht. Es könnte sein, dass sie getötet wurden, doch das Landratsamt ist skeptisch.

Zwei tote Schlangen hat eine Geislingerin beim Spazierengehen im Längental entdeckt – beide innerhalb der vergangenen drei Wochen. Sie befürchtet, dass die Tiere getötet wurden: eine mit einem Ast, die andere mit Feuer. Von Letzterer entdeckte die Geislingerin nur verbrannte Überreste. Sie ist tief betroffen über die grausigen Funde und will bei der Polizei Anzeige gegen unbekannt stellen. Bei den Tieren könnte es sich um Ringelnattern handeln.

„Wenn sie wirklich getötet wurden, ist das brutal“, sagt der Geislinger Revierförster Gottfried Schön. Allerdings müssten das die Ermittlungen erst zeigen. Vielleicht habe jemand Reisig verbrannt und die Schlange sei dabei umgekommen, vermutet Patricia Brandbeck vom Landratsamt. Totholzhaufen seien ein typisches Reptilienversteck. „Es könnte ein Unglücksfall gewesen sein“, so Brandbeck, die damit den Tod einer der zwei Schlangen erklärt hätte. Die andere starb vielleicht bei einem Kampf. Zu den natürlichen Feinden der Ringelnatter gehörten Marder und Füchse.

Und falls doch – Könnte jemand die Ringelnattern aus Angst umgebracht haben? Gottfried Schön betont, dass die Schlangen ungefährlich sind. Wer eine sieht, sollte sich langsam zurückziehen und nicht hektisch werden. Die Schlangen im Kreis Göppingen flüchteten normalerweise aus Angst vor Menschen. Sie sollten einfach in Ruhe gelassen werden. Außer Ringel- leben hier Schlingnattern und Kreuzottern, sagt Brandbeck. Zu finden seien auch Blindschleichen, die gehörten aber zur Familie der Echsen, da sie lebendgebärend sind und ihren Schwanz abwerfen können. Von all diesen Tieren sei nur die Kreuzotter giftig. Ein Biss verursacht laut des Göppinger Gesundheitsamts eine schmerzende Schwellung, die sich blaurot färbt. Es könnte auch zu allgemeinen Beschwerden wie Übelkeit kommen. Die Giftmenge sei gering, weswegen ein Biss sehr selten lebensbedrohlich sei.

Wer Tiere tötet, muss mit Strafen rechnen, da er gegen das Tierschutzgesetz verstößt, betont ein Polizeisprecher. Erst kürzlich hatten Randalierer im Längental gewütet. Sie hatten sämtliche Gegenstände aus dem Bauwagen des Waldkindergartens geholt und auf den Rasen geworfen. Außerdem hatten sie einen Teddybär angezündet. Es sei aber gegenwärtig reine Spekulation einen Zusammenhang zwischen den beiden Fällen zu sehen, betont der Polizeisprecher.

Update: Noch eine tote Ringelnatter

Eine GZ-Leserin weiß von einer weiteren Ringelnatter, deren Kopf eingedrückt wurde. Sie teilte es unserer Zeitung am Freitag mit.

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