Projekt Profitänzer weckt Talente bei Schulprojekt

Eine Schülerin der Pestalozzischule in Geislingen tanzt die Schritte nach, die sie von Coach Devran Cimenlik (in der Mitte) gelernt hat. Ihre Mitschüler schauen genau zu, damit auch sie bald den Dreh raushaben.
Eine Schülerin der Pestalozzischule in Geislingen tanzt die Schritte nach, die sie von Coach Devran Cimenlik (in der Mitte) gelernt hat. Ihre Mitschüler schauen genau zu, damit auch sie bald den Dreh raushaben. © Foto: Markus Sontheimer
Geislingen / Angelina Neuwirth 29.06.2018

Zwei Stunden tanzen am Stück – das erfordert Kraft, Koordination und Durchhaltevermögen, sagt Simone Lübbering, die Leiterin der Hauptstufe 2 der Pestalozzischule in Geislingen. „Die Kinder lernen, sich mal durchzubeißen und nicht gleich aufzugeben, wenn es schwierig wird.“ Beim Projekt „Hip-Hop-Workshop“  studieren die Schüler der Klassen 7, 8 und 9 drei Tage lang mit Tanz-Coach Devran Cimenlik von der Tanzschule „House of Dance“ in Aalen einen Tanz ein. Der wird an der Abschlussfeier der Schule am 13. Juli Lehrern, Mitschülern und Familien vorgeführt.

Die Schule hatte mit ihrem Tanz-Projekt am Wettbewerb „Sparda Impuls“ teilgenommen, für den sich ausschließlich Schulen mit ihren Projekten zu den Themen Umwelt, Soziales und Wirtschaft bewerben konnten. Je nach Platzierung bekamen die 200 Teilnehmer eine Bezuschussung (wir berichteten). Die Kosten, die nicht mit dem Preisgeld gedeckt wurden, übernahm der Förderverein der Pestalozzischule.

Das Ziel des Workshops sei, die Schüler mit dem Tanzen in Kontakt zu bringen, erklärt Lübbering. „Sie sollen sich auch außer­halb des Unterrichts als Team erleben und das Zusammengehörigkeitsgefühl spüren, wenn sie gemeinsam etwas auf die Beine stellen“, sagt die Klassenlehrerin der Klasse 7/8.

Unter den Schülern kommt das Angebot richtig gut an. „Ich habe bemerkt, dass ich ein Talent zum Tanzen habe. Man kann nicht mehr damit aufhören und will es immer weiter versuchen, um die Choreografie zu können“, erzählt die 15-jährige Evelin aus Geislingen. Auch der zwölfjährige Nico findet den Workshop gut: „Ich finde, es ist eine gute Idee, und es macht auch sehr viel Spaß.“ Ein bisschen anstrengend sei es schon, weil manche Tanzschritte schwer seien – aber es seien auch leichte dabei. Und ein bisschen besser als Unterricht sei es auch, verrät der Schüler aus Geislingen.

Coach tanzte bei „Got to Dance“

Die 16-jährige Ria stimmt zu: „Mir macht es Spaß, weil ich etwas Neues lerne, und es ist auch besser als im Mathe-Unterricht zu sitzen. Obwohl es ein wenig anstrengend ist, überwiegt der Spaß.“ Ihrer Klassenkameradin Selin gefällt der Workshop auch: „Ich finde es gut, dass Schulen bei solchen Projekten mitmachen dürfen. Kinder, die sonst nicht die Chance haben, so etwas kennenzulernen, sehen mal was Neues“, sagt die 16-Jährige.

Coach Devran Cimenlik tanzt schon, seit er ein kleiner Junge ist und war mit der Gruppe „Kera­Amika“ 2013 bei der Sendung „Got to Dance“ auf Pro 7 erfolgreich. „Tanzen ist eine Sprache, die auf der ganzen Welt verstanden wird. Man ist eine Familie, es gibt keine Unterschiede“, sagt er. Das versucht der Tanzprofi auch den Schülern der Pestalozzischule weiterzugeben. „Jeder bringt unterschiedliche Interessen mit, sodass ich gezielt auf die Kinder zugehen muss. Der Tanz steht zwar im Vordergrund, aber die Pädagogik gehört auch dazu“, erklärt Cimenlik. Es seien einige talentierte Schüler dabei, die sich auch überlegten, mal zum Tanzen in Aalen vorbeizukommen.

Simone Lübbering gefällt, wie der Coach an die Jugendlichen herantritt. „Er macht das großartig und auf eine lockere Art und Weise“, sagt sie. „Die Botschaft, dass nicht alles im Leben leicht ist und man sich anstrengend muss, um etwas zu erreichen, kommt bei ihm nochmal verstärkt rüber.“

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