Wahlkampf Wahlplakate im Kreis: Politik auf einen Blick

Die heiße Phase des Wahlkampfs hat begonnen. Überall stehen jetzt schon großformatige Wahlplakate, wie hier an der Ortsausfahrt Geislingen in Richtung Eybach. Nach den Slogans auf den Plakaten scheint komplexe Politik ganz einfach zu sein. 
Die heiße Phase des Wahlkampfs hat begonnen. Überall stehen jetzt schon großformatige Wahlplakate, wie hier an der Ortsausfahrt Geislingen in Richtung Eybach. Nach den Slogans auf den Plakaten scheint komplexe Politik ganz einfach zu sein.  © Foto: Alexander Jennewein
Kreis Göppingen / Claudia Burst 24.08.2017
Die heiße Phase des Bundestags-Wahlkampfs hat begonnen. Plakate wachsen aus dem Boden. Auf ihnen scheint komplexe Politik ganz einfach zu sein.

An den Bundesstraßen stehen und hängen sie; an den Landstraßen, innerhalb aller Städte und Orte und an jeder zweiten Straßenlampe: die Wahlplakate. Sie konzentrieren das komplexe Wahlprogramm der verschiedenen Parteien auf eine Quintessenz, die im Kopf bleibt. Oder bleiben soll.

„Für ein Deutschland, in dem wir gut und gerne leben“ heißt es bei der CDU.  Vier Themenbereiche definierten der Göppinger CDU-Bundestagskandidat Hermann Färber und sein Wahlkampf-Team dazu auf weiteren Plakaten. Eines davon lautet: „Für mehr Respekt vor Familien“. Auf dem CDU-Plakat klingt das dann folgendermaßen: „Familien sollen es kinderleichter haben“. Hermann Färber sagt dazu: „Wir schaffen die wichtigen Rahmenbedingungen für eine bestmögliche Versorgung aller Generationen. Damit die Menschen hier im Kreis gut und gerne leben.“ Er betont, dass auch der „Mittelstand als unser Motor der Wirtschaft von einer verantwortungsvollen Haushaltspolitik profitieren soll, genauso wie Familien“.

Die SPD konzentriert sich auf Gerechtigkeit. Der bundesweite Kampagnen-Claim lautet daher auch „Zeit für mehr Gerechtigkeit“. Für SPD-Bundestagskandidatin Heike Baehrens  ist das in diverser Hinsicht ein Herzensanliegen: „Dass Frauen immer noch durchschnittlich über 20 Prozent weniger  verdienen als Männer im gleichen Job, ist nicht gerecht“, betont sie und zählt weitere Ziele auf, um die sich die SPD im Falle ihrer Wahl kümmern will: die Rente stabilisieren, die Pflegeversicherung weiter stärken und Familien dadurch entlasten, dass Betreuungs- und Bildungsangebote kostenfrei bereitgestellt werden. Auf dem Plakat verdreht ein Schulkind die Augen, die Aussage daneben meldet: „Bildung darf nichts kosten. Außer etwas Anstrengung.“

„Zukunft wird aus Mut gemacht“ heißt es bei Bündnis 90/Die Grünen. Deren Bundestagskandidat Dietrich Burchard hat seine persönlichen Ziele  auf www.gruene-goeppingen.de deutlich gemacht. Der Zimmerermeister und Baubiologe legt Wert auf umweltbewusstes Handeln, beim Bauen genauso wie bei der Verkehrsinfrastruktur. Er plädiert für eine Bürgerversicherung, um Gesundheit und Pflege zu sichern, für eine Frauenquote bei Führungskräften oder für dezentrale Energieerzeugung vor Ort. „Denn bessere Zukunft kommt nicht von allein“, begründet das Wahlplakat.

Der Bundestagskandidat der FDP im Kreis Göppingen heißt Hans-Peter Semmler. Der steht mit Überzeugung hinter dem Bundes-Motto „Denken wir neu“. „Wir müssen einfach raus aus eingefahrenen Spuren und in neuen Ansätzen denken“, betont er und unterstreicht diese „Denke“ mit Plakatslogans wie „Ja zu Europa“, „Stabile Energiepreise“, „Einwanderungsgesetz jetzt“ und „Gleiche Chancen für alle“. „Wir müssen Europa erhalten, aber wir müssen es neu denken, damit die Leute wieder ein Ja dazu finden“, erläutert er sein Ansicht. Zur Energiewende fordert er: „Die Suche nach Alternativen muss ideologiefrei vonstatten gehen.“ Da müssten Profis forschen, Lobby-Verbände dürften nicht mitreden. „Ich bin überzeugt, wir Europäer können das besser. Deshalb muss Energie  ein europäisches Thema sein.“

Bei der Alternative für Deutschland, AfD, heißt es auf den Plakaten: „Für unser Land. Für unsere Werte“. Unter Werten versteht der AfD-Bundestagskandidat Volker Münz das christliche Menschenbild, das mit Verantwortung für Mitmenschen und Umwelt einhergehe. „Aber auch der Mut zur Wahrheit gehört dazu“, betont er und bezieht sich darauf, dass man „Vielvölkerstaaten als Utopie“ bezeichnen muss. „Multi-kulturelle Gesellschaft hört sich gut an, funktioniert in der Praxis aber nicht“, ist Münz überzeugt.

„Das muss drin sein“ fordert „Die Linke“ auf ihren Plakaten. Sie hat sich gemeinsam mit ihrem Bundestagskandidaten Konstantinos Katevas vorgenommen, prekäre Arbeits- und Lebensbedingungen zu thematisieren und zu bekämpfen.

„Unser Wahlkampfslogan ist eine Kampfansage gegen den Rechtsruck der Regierung“, erklärt Christel Beck, die für die Internationalistische Liste/Marxistisch-Leninistische Partei als Bundestagskandidatin im Landkreis aktiv ist. Die MLPD hat für ihren Wahlkampf gleich 21 Plakatmotive entwickelt.

Info Anfang dieser Woche wurden die Wahlplakate der AfD in Bad Ditzenbach, Gosbach und Deggingen gestohlen. Das schränkt deren demokratisches Recht auf Meinungsfreiheit und faire Wahlen ein. Aus diesem Grund hat der AfD-­Kreisverband   Anzeige gegen Unbekannt erstattet.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel