Tagung Palliativ-Symposium: Humor am Lebensende

Geislingen / Claudia Burst 13.04.2018

Der Mediziner Dr. Wolfgang Schröder ist noch heute davon fasziniert, welche Wirkung Ludger Hoffkamp in seiner Rolle als Klinikclown Kampino auf die Patienten in der Palliativstation hatte, als er im Herbst in der Geislinger Helfenstein-Klinik war. „Er setzte sich die rote Nase auf, ging einfach zu den Patienten rein, sprach sie an. Und - zack – lächelten sie, redeten mit ihm, sangen mit ihm Lieder und es ging ihnen sichtbar besser“, erzählt der Oberarzt der Palliativstation.

Wolfgang Schröder freut sich, dass es in diesem Jahr dank der Unterstützung des Fördervereins „pro palliativ“ gelungen ist, Ludger Hoffkamp als Hauptredner für beide Tage des vierten Geislinger Palliativ-Symposiums zu gewinnen. Ludger Hoffkamp ist nicht nur Klinikclown und als solcher Mitglied bei Eckart von Hirschhausens Stiftung „Humor hilft heilen“, er ist darüber hinaus Seelsorger und Theologe und somit ein Experte, was das Schwerpunktthema der Tagung – „Humor und Trauer in der palliativen Arbeit“ – betrifft.

Wie es aussieht, ist dies ein Thema, das beim Fachpersonal aus allen Bereichen der Palliativversorgung, aber auch aus der Pflege, auf großes Interesse stößt. „Wir haben viel mehr Anmeldungen als in den Jahren davor“, freut sich Wolfgang Schröder über das jetzt schon erkennbare Interesse am zweiten Tag des Symposiums.

Auch für Martina Kümmel, die Stationsleiterin der Palliativstation in der Helfenstein Klinik sowie Koordinatorin der Spezialisierten Ambulanten Palliativversorgung SAPV, sind Humor und Trauer in der palliativen Arbeit absolut kein Widerspruch. „So wie beides zum Leben gehört, gehört es auch zum Lebensende. Die Übergänge zwischen Traurigsein und Lachen sind oft fließend. Emotionen wechseln sich ab. Das gilt auch für die Zeit in der Palliativstation“, erläutert die Fachfrau.

Der Samstag ist die Fachtagung für alle, die sich beruflich für das Thema interessieren und findet in den Räumen der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt in der Parkstraße 4 statt. Außer Ludger Hoffkamp referiert die Seelsorgerin der Geislinger Palliativstation, Margret Ehni, über das Thema „Zwischen Weinen und Lachen – Neues aus der Trauerforschung“, dann Dr.med. Katri Elina Clemens aus der Robert-Janker-Klinik in Bonn über „Dyspnoe – palliative Therapie“. Der Bestattungsunternehmer und Thanatopraktiker Markus Maichle spricht über „Leben mit dem Tod“.

Podiumsdiskussion am Freitag

Tag eins des Geislinger Palliativ-Symposiums, der Freitagabend, ist dagegen für die Öffentlichkeit gedacht. Ab 19 Uhr findet in der Jahnhalle ein Vortrag mit Podiumsdiskussion zum Thema „Humor und Trauer in der palliativen Arbeit“ statt. Auch hier hält Ludger Hoffkamp den Vortrag. Teilnehmer der anschließenden Diskussion sind Margret Ehni, Martina Kümmel und Professor Dr. med. Andreas Schuler, Leiter des Palliativzentrums in der Helfenstein Klinik und Ärztlicher Direktor der Alb-Fils-Kliniken. Nach dem Vortrag können – und sollen – auch die Besucher Fragen stellen und mitdiskutieren, sagt Andreas Schuler. Den Abend moderieren wird Kirchenrat Joachim Beck. „Der macht das souverän und bringt bestimmt eine gute Diskussion in Gang“, prophezeit Schuler. Für ihn und seine Kollegen ist das Palliativ-Symposium „die“ Veranstaltung weit über den Landkreis hinaus, um den Umgang mit Tod und Sterben in den Blickpunkt der Öffentlichkeit zu rücken und das aktuelle Wissen  in der Palliativmedizin weiterzugeben. „Da hat sich in den letzten Jahrzehnten dank der Hospiz- und Palliativbewegung zum Glück viel verändert. Heute sehen die Ärzte wieder den Menschen im Patienten, nicht nur dessen Krankheit.“

Programm des vierten Palliativ-Symposiums:

Freitag, 20. April, 19 bis 21 Uhr, Jahnhalle Geislingen. Keine Anmeldung erforderlich, Eintritt frei. Referent Ludger Hoffkamp, Moderation Joachim Beck, Teilnehmer auf dem Podium: Margret Ehni, Martina Kümmel, Prof. Dr. Andreas Schuler

Samstag, 21. April, 9 bis 14 Uhr, Fachtagung in der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt, Parkstr. 4, noch wenige Plätze frei, Anmeldung: Alb-Fils-Kliniken, Institut für Fort-und Weiterbildung, Göppingen mit Fax: (07161) 64-1823, E-Mail: ifwb@af-k.de

Die Veranstaltung wird finanziell unterstützt durch den Förderverein „pro palliativ e.V.“ Geislingen.

Palliativ Care: In der Palliativstation kümmert sich ein multiprofessionelles Team aus den Bereichen Medizin, Pflege, Physiotherapie, Seelsorge, Psychoonkologie und Sozialdienst sowie – dank pro palliativ – Musiktherapie und Kunsttherapie um die Patienten.

Seit Mai 2012 gibt es zusätzlich die SAPV, die spezielle ambulante Palliativversorgung bei Patienten zu Hause.