Göppingen / Arnd Woletz  Uhr
Göppingens OB Till ist sauer über die Nachricht von neuen Verzögerungen bei der Ortsumfahrung Jebenhausen. Der Verkehrsminister gerät ins Schussfeld.

Die Stadt Göppingen reagiert verschnupft auf die Nachricht, dass das Planfeststellungsverfahren für die geplante neue Straße zur Entlastung des Jebenhäuser Ortskerns sich wohl weiter verzögern wird. Diese Botschaft hatte der SPD-Abgeordnete Peter Hofelich auf seine Anfrage hin aus dem Verkehrsministerium erhalten. Man arbeite zwar „mit Hochdruck“ an der Aktualisierung der Planunterlagen, es hätten sich aber seit der Planung von 2010 umfangreiche Neubewertungen, beispielsweise beim Artenschutz, ergeben, erfuhr Hofelich aus dem Ministerium. Wie berichtet, hatte auch der SPD-Landtagsabgeordnete Hofelich das Ministerium und das Regierungspräsidium kritisiert, weil die Planfeststellung damit „abermals in die Ferne“ rücke.

Artenschutz wirkt sich auf Baupläne aus Umfahrung Jebenhausen verzögert sich weiter

Die neue Straße ist nach neuerlichen Verschiebungen in weiter Ferne. Peter Hofelich (SPD) ist sauer.

Guido Till: Es geht um die Menschen in Jebenhausen

Am Dienstag reagierte nun auch der Göppinger Oberbürgermeister: Die Stadt gehe davon aus, dass die im vergangenen Jahr gemachte Zusage über ein Weiterführen des Planfeststellungsverfahrens noch in diesem Sommer eingehalten werde, mahnte die Kommune. Für Oberbürgermeister Guido Till gehe es dabei nicht nur um die Glaubwürdigkeit der Politik und des Verwaltungshandelns, sondern auch um die Menschen speziell in Jebenhausen, heißt es in einer Stellungnahme. „Mit rund 25 000 Fahrzeugen pro Tag gehört Jebenhausen zu den am stärksten belasteten innerörtlichen Strecken im Land. Die Menschen, die dort wohnen, benötigen endlich eine Entlastung, aber auch diejenigen, die sich Tag für Tag im Stau durch Jebenhausen quälen, haben Anspruch auf eine vernünftige Lösung“, so Till.

Der Zeitplan für die Ortsumfahrung Jebenhausen ist Makulatur. Der SPD-Abgeordnete Peter Hofelich ist stinksauer auf das Regierungspräsidium – aber nicht nur er.

Druck auf Verkehrsminister Winfried Hermann

Die Stadt erwarte ohne Wenn und Aber, dass das Verfahren mit den jetzt notwendigen Schritten fortgeführt wird und werde  sich nach den Ferien mit Nachdruck beim RP erkundigen. Die Kommune vertraue auf die Aussage des Landesverkehrsministers Winfried Hermann (Grüne), der die Fortführung des Planfeststellungsverfahrens schließlich begrüßt habe und nehme den Minister in die Pflicht. „Ein Verschleppen oder Vergessen dieser wichtigen Maßnahmen werden wir nicht mitmachen“, kündigte Till an und forderte auch gleich die Ortsumfahrung von Bezgenriet. Die Route von der  A8 nach Göppingen bedürfe einer nachhaltigen Lösung.

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Vor 20 Jahren schon „höchste Dringlichkeit“

Die Ortsumfahrung ist seit Jahrzehnten ein landes- und lokalpolitischer Dauerbrenner. Bereits 1999 wurde das Projekt vom Land in die „höchste Dringlichkeitsstufe“ aufgenommen, vor 17 Jahren begann die Umweltverträglichkeitsprüfung.

Unendliche Geschichte Seither wechselten sich wenige Forschritte mit zahllosen Rückschlägen ab, es gab heftigen Streit auf politischer Bühne und viele Verzögerungen.