Mach OB Dehmer: Haben "ganz, ganz wichtigen Schritt" gemacht

Konzentrierte Mienen bei der Klausurtagung zu "Mach5": CDU-Gemeinderat Eugen Kübler (von links), der Stöttener Ortsvorsteher Hermann Eberhardt, Stadtkämmerer Bernd Pawlak und SPD-Gemeinderat Hansjürgen Gölz in einer Gruppenarbeit für das Geislinger Stadtentwicklungskonzept.
Konzentrierte Mienen bei der Klausurtagung zu "Mach5": CDU-Gemeinderat Eugen Kübler (von links), der Stöttener Ortsvorsteher Hermann Eberhardt, Stadtkämmerer Bernd Pawlak und SPD-Gemeinderat Hansjürgen Gölz in einer Gruppenarbeit für das Geislinger Stadtentwicklungskonzept. © Foto: Angela Kröner
KATHRIN BULLING 17.03.2015
Zehn Leitsätze bilden die Grundlage für die Zukunft Geislingens - erarbeitet haben sie Gemeinderäte und städtische Mitarbeiter in der "Mach5"- Tagung. Die Ergebnisse werden am 25. März präsentiert.

Für Frank Dehmer war die Klausurtagung zu "Mach5" ein voller Erfolg: "Das Wochenende war sehr gut, weil wir es tatsächlich geschafft haben, für unser Stadtentwicklungskonzept Leitsätze und strategische Ziele zu formulieren", sagt der Geislinger Oberbürgermeister. Dies sei der erste, "ganz, ganz wichtige" Schritt zu einer kontinuierlichen Weiterentwicklung der Stadt gewesen, die die nächsten zehn Jahre oder länger gelten werde.

Von Freitagmorgen bis Samstagnachmittag diskutierte Dehmer zusammen mit den Gemeinderäten und Mitarbeitern der Stadtverwaltung am Tagungsort in Finningen bei Ulm über die Zukunft der Fünftälerstadt. Grundlage dafür waren die bei der Bürgerveranstaltung vom Frühjahr 2014 gesammelten 700 Ideen für die Gestaltung der Fünftälerstadt, zusammengefasst in den fünf Oberbegriffen Wohnen und Einkaufen, Wirtschaft und Hochschule, Kultur und Freizeit, Familie und Bildung, Klima und Mobilität.

In der Klausurtagung entwickelte die Gruppe daraus zehn Leitsätze - bereits verbunden mit strategischen Zielen sowie vereinzelt schon konkreten Maßnahmen - zu den Lebensbereichen Wohnen; Einkaufen; Wirtschaft und Hochschule; Tourismus, Kultur und Freizeit; Familie, Bildung und Soziales; Integration und Inklusion; Umwelt; Mobilität; Bürgermitwirkung und Stadtmarketing.

Details will Dehmer noch nicht nennen - derzeit würden die Ergebnisse der Klausurtagung noch ausformuliert. Vorgestellt und erläutert werden sie in der Gemeinderatssitzung vom 25. März.Beim verkaufsoffenen Sonntag am 12. April gibt es außerdem eine öffentliche Präsentation an mehreren Standorten im Stadtgebiet. Auf diesen Dialog mit den Bürgern soll schließlich der Gemeinderatsbeschluss zur Umsetzung des Konzeptes folgen.

Zufrieden mit der Klausurtagung zeigen sich auch die Fraktionsvorsitzenden des Geislinger Gemeinderats (GAL-Chef Bernhard Lehle war nicht erreichbar): Thomas Reiff (SPD) spricht von einer intensiven und anstrengenden, aber auch sehr positiven Veranstaltung. Zwar hänge bei der Frage der Umsetzung letztlich viel von den Finanzen ab; dass man bei der Klausurtagung aber einmal "ohne Schere im Kopf" habe arbeiten können, sei sehr gut und wichtig gewesen.

Holger Scheible (CDU) hofft, dass sich nach der konstruktiven Tagung möglichst viele Themen umsetzen lassen. Um eine Priorisierung komme man aber sicher nicht herum, mahnt er. Zwar sei die Versuchung groß, alles auf einmal anzupacken, doch man müsse Schwerpunkte setzen. Der Gemeinderat müsse entscheiden, was das Aller-dringlichste sei.

Über Details zu den Tagungsergebnissen wollen vor der Gemeinderatssitzung weder er noch die anderen Fraktionsvorsitzenden sprechen. "Es ist aber auf jeden Fall so, dass die Arbeit jetzt erst richtig losgeht; das bleibt eine Daueraufgabe", sagt Scheible.

Roland Funk (Freie Wähler) bekennt, vorab "sehr skeptisch" gewesen zu sein. Die Klausurtagung zu "Mach5" aber habe seine Erwartungen "übererfüllt": "Es war prima, ich war total geplättet", sagt er. Die Stimmung unter den Teilnehmern sei positiv und sehr konstruktiv gewesen, die Arbeitssitzung von der Stadtverwaltung sehr gut vorbereitet. Damit habe man nun ein Fundament, auf dem man einzelne operative Dinge weiterentwickeln könne. Wer aber gedacht habe, dass man gleich morgen mit dem Umbau der Geislinger Fußgängerzone anfangen werde, der werde - zumindest kurzfristig - enttäuscht sein, macht Funk deutlich. Vieles müsse weiter ausdiskutiert werden, dafür brauche es erneut die Bürger. "Mach5" bleibe ein spannender Prozess.

Angst vor einer Menge unerfüllbarer Luftschlösser hat Funk derweil nicht. "Wenn der Geist von 'Mach5' anhält, schaffen wir das locker", sagt er zuversichtlich.

Stadtentwicklungskonzept von allen für alle

Idee Bürger, Lokalpolitiker und Stadtverwaltung sollen zusammen ein Stadtentwicklungskonzept unter sozialen, wirtschaftlichen und ökologischen Gesichtspunkten erarbeiten - das ist das Ziel von "Mach5".

Name "Mach5" leitet sich ab von den fünf im Mittelpunkt stehenden Themenfeldern Wohnen und Einkaufen, Wirtschaft und Hochschule, Kultur und Freizeit, Familie und Bildung, Klima und Mobilität.

Info Auf www.geislingen.de gibt es weitere Auskünfte zu "Mach5". Im Stadtinfo wurden bereits etliche große Themenschwerpunkte vorgestellt - in den kommenden Ausgaben folgen weitere.