Schaden OB Dehmer: Beim MiGy ist noch alles offen

In den Container soll ab nach den Herbstferien übergangsweise ein Teil des Unterricht stattfinden. Links im Hintergrund ist das Hauptgebäude des Migy zu sehen.
In den Container soll ab nach den Herbstferien übergangsweise ein Teil des Unterricht stattfinden. Links im Hintergrund ist das Hauptgebäude des Migy zu sehen. © Foto: Markus Sontheimer
Geislingen / Kathrin Bulling 02.11.2018
Der Geislinger Oberbürgermeister hofft auf Sanierungs­vorschläge bis Ende des Jahres. Der städtische Haushalt wird wohl schwerpunktmäßig ab 2020 belastet.

Während auf dem Schulhof des Michelberg-Gymnasiums für alle sichtbar das Ausweichquartier vorbereitet wird (wir berichteten), arbeitet das neu hinzugeholte Architekturbüro hinter den Kulissen an Sanierungsvorschlägen des einsturzgefährdeten naturwissenschaftlichen Bereichs; das erklärt Oberbürgermeister Frank Dehmer auf Nachfrage der GZ:

Ergebnisse Ende des Jahres

„Ende des Jahres werden wir hoffentlich eine Richtung haben.“ Zur Gesamt­planung gehörten auch die noch nötigen Brandschutzarbeiten. „Wichtig ist, dass wir ja einen geordneten Schulbetrieb haben“, betont er. Verwaltungsmitarbeiter seien damit beschäftigt, der Anwaltskanzlei zuzuarbeiten, die vor Gericht Ansprüche der Stadt geltend machen soll.

In welchem Umfang und wann dies stattfinden wird und welche Fachbüros und Gewerke betroffen sein werden, dazu gibt es seit Bekanntwerden der Probleme im MiGy von der Stadtverwaltung keine Auskünfte – um die Chancen vor Gericht nicht zu gefährden, wie es zur Begründung heißt.

„Keine Versäumnisse gemacht“

Beim Thema Statik könne man „klar davon ausgehen“, sagt Dehmer, dass von städtischer Seite „keine Versäumnisse gemacht worden sind“. Zur Gesamtverantwortung der MiGy-Generalsanierung, die mit Bauverzögerungen und immensen Kostensteigerungen, nicht funktionierenden Systemen und mangelhaftem Brandschutz zunehmend massiv in die Kritik geriet, erklärt Dehmer: „Rückblickend muss man wohl sagen, dass man die Dimension falsch eingeschätzt hat.“

Aufgrund des „sehr komplexen Themas“ und der vorliegenden „Gemengelage“ sei es schwierig zu sagen, welche Entscheidung oder welche Person ­einen Anteil beigetragen habe. Er sei derjenige, der es jetzt mit ausbaden müsse. Man werde sich das „natürlich genau angucken“ – „so etwas möchten wir nicht mehr erleben“.

Externe Bauaufsicht vorerst kein Thema

Ob bei den anstehenden Arbeiten anders als zuvor eine externe Bauaufsicht hinzugezogen wird, sei bislang kein Thema gewesen, so Dehmer, „weil wir noch in den Planungen sind“. Dies werde in den Diskussionen sicher noch Thema werden. Auf die Frage, ob er dies gerne hätte, antwortet der OB: „Ich hätte gerne, dass wir mit den Maßnahmen ans Ziel kommen und die Schule keine Baustelle mehr ist.“

Weil vor Sommer 2019 in Sachen Sanierung nicht viel passieren dürfte, so Dehmer, werde der städtische Haushalt wohl erst 2020 schwerpunktmäßig belastet werden. Eine Größenordnung könne man noch nicht nennen.

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