Ferienfreizeit Noch steht das Tor zur Ferienstadt

Geislingen an der Steige / Sarah Rößner 29.08.2017
Seit Mitte August bauen 175 fleißige Jungen und Mädchen in der Ferienstadt auf dem Geiselstein neue Holzhütten. Am Sonntag geht die Freizeit mit dem Fall des Stadttors zu Ende.

Das Ziel fixieren, ausholen und zuschlagen. Linus konzentriert sich darauf, einen Nagel in einen Baumstamm zu hämmern. Nach ein paar kräftigen Schlägen bewegt sich das Metall immer weiter in das Holz. Abwechselnd schwingen der 13-Jährige und sein zehnjähriger Freund Finn den Hammer, bis der Nagel vollständig im Stamm verschwindet. Das Wettnageln finden die zwei Türk­heimer beim Tag des offenen Tores am vergangenen Samstag auf dem Geiselstein besonders spannend. Und der Hüttenbau, da sind sich die beiden Freunde einig, macht sowieso am meisten Spaß.

Linus gefällt die Ferienstadt. Er kann nur noch in diesem Jahr am Feriencamp teilnehmen. Dieses wird vom Stadtjugendring nämlich nur für Kinder und Jugendliche zwischen sieben und 13 Jahren ausgerichtet (wir berichteten). Trotzdem findet er das letzte Mal gar nicht so schlecht, weil er als einer der 30 ältesten Teilnehmer auch übernachten darf. Nächstes Jahr kann er sich vorstellen, beim Auf- und Abbau und irgendwann als Betreuer der Ferienstadt zu helfen – so wie seine älteren Geschwister.

Zwei Jungs aus Rom dabei

Sein Kumpel Finn hat noch ein paar Jahre mehr Zeit. In der dritten und letzten Woche, die gestern begann, freut er sich besonders darauf, seine zweistöckige Hütte um ein Stockwerk zu erweitern. Mit 25 anderen Teilnehmern baut er seit Beginn der Ferienstadt Mitte August an dem mehrstöckigen Haus. Aus Holz lassen die Jungen und Mädchen in Gruppen diese Gebäude entstehen. Es bleibt Platz für Fenster, und verschönert wird das Gebäude zuletzt mit einer Hausnummer und Möbeln, ganz nach dem Geschmack der jungen Bewohner.

Der zwölfjährige Julian und sein zehnjähriger Bruder David finden die Ferienstadt toll. Die beiden Jungs kommen aus Rom und verbringen einen Teil ihres Sommers mit anderen Mädchen und Jungen auf dem Geiselstein. Zum Tag des offenen Tores begleitet sie ihr Vater, der als Jugendlicher – so wie viele andere Eltern – ebenfalls mehrere Wochen in der Ferienstadt verbracht hat. Er berichtet, dass seine Söhne abends immer lachend nach Hause kommen und dass es in Italien kein vergleichbares Angebot gibt. Neben dem Spaß, den die zwei dort erleben, hat der Ferienstadt-Aufenthalt noch einen weiteren positiven Aspekt, erzählt ihr Vater grinsend: „David und Julian verbessern nebenher ihr Deutsch.“

Die elfjährige Lilly Jo aus Geislingen baut gerne an den Hütten. Dabei entstehen neue Freundschaften, meint sie. Außerdem sieht man Mädchen und Jungen aus den vergangenen Jahren und Freunde, die man sonst nicht so oft trifft. Ebenso gerne reitet sie auf einem der sechs Pferde. Die ausgedienten Turnierpferde kommen vom Oberen Hof in Grünenberg. Sie stehen in den drei Wochen der Ferienstadt für Ausritte bereit. Gleichzeitig kümmern sich die Kinder und Jugendlichen um die Pflege der Tiere.

Ein paar Meter weiter weg atmet Mia nochmal tief ein, dann bläst sie kräftig in einen der vielen orangefarbenen Ballons. „Wenn wir bis heute Abend 5000 Luftballons aufgeblasen haben, bekommen wir in der dritten Woche zweimal am Tag Nachtisch“, sagt die elfjährige Geislingerin.  Diese Aktion zählt zu einer der vielen Wetten, die sich Stadtrat Holger Schrag und die anderen Betreuer ausdenken. Sie wechseln den Camp-Alltag etwas ab und werden freudig von den vielen Jungen und Mädchen angenommen. Diese Woche haben die Kinder und Jugendlichen noch die Chance, weitere Aufgaben zu bewältigen. Am Sonntag geht die Ferienstadt mit dem traditionellen Stadttorfall um 19 Uhr zu Ende. Nächste Woche beginnen die Aufräumarbeiten.

Eltern, Geschwister und Freunde zu Besuch

Programm Zum Tag des offenen Tores in der Ferienstadt waren am Samstag die Eltern der jungen Camp-Teilnehmer, Geschwister und Freunde geladen. Zur offiziellen Eröffnung um 14 Uhr strömten viele Neugierige in die „Freie Republik“. Sie machten sich selbst ein Bild vom Stadtleben auf dem Geiselstein. Bei Kaffee, Kuchen, Wurst, Steak und Vegetarischem musste keiner hungern.

Disco und Feuer Am Nachmittag wartete ein großes Spielprogramm auf die Kinder. Für die jüngeren Besucher wurde eine Hüpfburg aufgebaut. Ab 17 Uhr sorgten Claudia Mann & Friends für musikalische Unterhaltung. Um 21 Uhr folgte die Band Unsaturate aus Göppingen mit einem Rockprogramm. Gegen 22.30 Uhr bot Chris Blessing mit seiner Show „Farbenfeuer“ eine Mischung aus Feuer- und Leuchtjonglage. Zum Abschluss gab es eine Disco und Lagerfeuer. sar

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