Geislingen an der Steige Nichts aus ausbeuterischer Kinderarbeit

Für Grabsteine, wie auf unserem Archivbild, schreibt Geislingen künftig ein Fair-Trade-Zertifikat vor. Foto: Fotolia
Für Grabsteine, wie auf unserem Archivbild, schreibt Geislingen künftig ein Fair-Trade-Zertifikat vor. Foto: Fotolia
Geislingen an der Steige / RODERICH SCHMAUZ 28.12.2012
Grabsteine bannen das Leid um Verstorbene. Was viele nicht wissen: Grabsteine hierzulande stehen oft für eine weitere Leidensgeschichte. Sie stammen aus indischen Steinbrüchen, in denen Kinder schuften müssen.

Auf Geislingens Friedhöfen dürfen keine Grabsteine und Grabeinfassungen mehr verwendet werden, die "aus ausbeuterischer Kinderarbeit" stammen. Der Gemeinderat stimmte in seiner letzten Sitzung im alten Jahr einer Zusatzbestimmung in der Friedhofsatzung zu. Wie der zuständige städtische Fachbereichsleiter, Peter Lecjaks, erläuterte, stammen viele Grabsteine aus indischen Steinbrüchen, in denen Kinder ab fünf Jahren unter menschenunwürdigen Bedingungen arbeiten müssen. Solchen Produkten will die Stadt nun in Geislingen einen Riegel vorschieben - im ausdrücklichen Einvernehmen mit den örtlichen Steinmetzbetrieben. Grabsteine bzw. deren Herstellerunternehmen müssen künftig zertifiziert sein und die Fair-Trade-Siegel "XertifiX", "Fair-Stone" oder Vergleichbares tragen. Die Geislinger Friedhofverwaltung könne natürlich keine letztgültige Überwachung leisten, werde aber nach bestem Wissen und Gewissen kontrollieren, versichert Lecjaks.

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