Salz Neues Salzlager in Geislingen fasst 1600 Tonnen Salz für Winterdienst

Christoph Holz von der Straßenmeisterei in Geislingen holt in der neuen Lagerhalle Salz für den Winterdienst.  Foto: Markus Sontheimer
Christoph Holz von der Straßenmeisterei in Geislingen holt in der neuen Lagerhalle Salz für den Winterdienst. Foto: Markus Sontheimer © Foto: Markus Sontheimer
Isabelle Jahn 11.01.2017

Die große Schaufel beißt sich in den Salzberg, der bis zur Decke reicht. Christoph Holz hebt die Schaufel an und lenkt den Radlader aus der Salzlagerhalle in Geislingen zum Räumfahrzeug. Der Mitarbeiter der Straßenmeisterei in Geislingen lässt das Salz in den Behälter auf der Ladefläche fallen. Die Sole, die das Streugut auch unter minus 10 Grad Celsius wirken lässt, hat er bereits über einen Schlauch aufgetankt. „Das muss morgens schnell gehen“, sagt Holz, der in dieser Woche Frühschicht hat und um 3.30 Uhr auf Kontrollfahrt geht. Mit dem Fahrzeug räumt und streut der 27-Jährige dann auf der Tour ab Böhmenkirch über die Weißensteiner Steige bis nach Winzingen und wieder zurück.

Vor einer Woche haben sich die Räumfahrzeuge zum ersten Mal am Salzvorrat in der neuen Lagerhalle der Geislinger Straßenmeisterei bedient, die 1600 Tonnen Salz fasst. „Ein Drittel ist schon wieder verbraucht“, sagt Markus Rau. Kein Grund zur Unruhe: „Die Kapazität hat sich verdoppelt“, sagt der stellvertretende Straßenmeister in Geislingen. In die alte Lagerhalle passen nur 800 Tonnen Salz. Ist die rechte Seite im neuen Lager entladen, werden wieder mehrere Hundert Tonnen aus dem Bergwerk in Heilbronn bestellt.

„Hauptsache, es ist Salz da“, betont Rau. Mit dem neuen Lager habe die Straßenmeisterei keine Bedenken mehr, dass das Streugut nicht ausreicht. Gerade, wenn es an Feiertagen oder Wochenenden geschneit hat, sei die Sorge groß gewesen.

Damit das Streugut der Straßenmeisterei dort landet, wo es hin soll – auf den Bundes-, Landes- und Kreisstraßen im Raum Geislingen – sind 15 Fahrzeuge im Einsatz, die teilweise von Fremd-
unternehmen gestellt werden. „Der Schichtbetrieb läuft früh und spät“, berichtet Rau. Wenn es schneit oder regnet oder Niederschlag vorhergesagt ist, plant die Straßenmeisterei eine zusätzliche Schicht ein. Das bedeutet, dass Räumfahrzeuge am Abend erneut auf Kontrollfahrt gehen und im Fall von Schnee oder Glätte ihren Dienst leisten.

Bürger kritisieren Räumdienst

Dass manche Bürger in Geislingen und Umgebung sich – zum Beispiel auf der Facebookseite der GEISLINGER ZEITUNG – über ungeräumte Straßen beschweren, lässt Rau nicht unkommentiert: „Wir können nicht überall gleichzeitig sein.“ Jeder Lkw ist für einen bestimmten Bezirk zuständig. Nach der ersten Kontrollfahrt am Morgen ist das Räumfahrzeug rund drei Stunden allein mit Streuen beschäftigt. Wenn die Straßen zudem noch geräumt werden müssen, wird die Route doppelt gefahren. „Bis der Fahrer ins letzte Ecke seines Bezirks kommt, kann das dauern“, sagt Rau. Der Räumdienst müsse besonders vorsichtig fahren: „Wir sind immer die Ersten auf der Straße, das darf man nicht vergessen.“ Hinzu kommt, dass sich das Wetter von Ort zu Ort unterscheidet: „Es kann sein, dass es in Geislingen nur regnet und auf der Alb hat’s fünf Zentimeter Schnee.“

Den Räumdienst koordinieren muss auch Traugott Osswald. Der Leiter des Geislinger Bauhofs schickt Räumfahrzeuge auf die innerörtlichen Straßen in der Kernstadt und in den Stadtbezirken und zuerst dorthin, wo es im Winter besonders gefährlich werden könnte: auf den Steigstraßen und viel befahrenen Straßen. „Die B 10 hat Dringlichkeitsstufe eins“, erklärt Osswald, „das heißt, sie wird gut bedient“. Auch die Überkinger Straße, die Wiesensteiger und Heidenheimer Straße, Bahnhof- und Karlstraße, die äußere Hauptstraße sowie die Zufahrt zum Krankenhaus stehen für den Bauhof ganz oben auf der Winterdienst-Liste.

Da es in der vergangenen Woche nicht plötzlich, sondern eher kontinuierlich geschneit hat, sind die Räumfahrzeuge in und um Geislingen gut durch den Verkehr gekommen: „Alles läuft nach Plan“, sagt Rau. Auch der Bauhof hatte laut Osswald bislang keine Probleme mit dem Winterdienst.

„Jetzt nutzen wir das milde Wetter für den Feinschliff“, erzählt der Bauhofleiter. Verbindungsstraßen wie von Türkheim nach Oppingen, von Stötten Richtung Kuchalb oder die Straße nach Berneck waren zuletzt an der Reihe. „Dazu kamen wir nicht, als es schneite“, erklärt Osswald. Solche Straßen, auf denen wenige Autos fahren, seien deshalb zeitweise gesperrt. Auch Schneereste auf dem Gehweg, am Straßenrand und auf öffentlichen Plätzen beseitigt der Räumdienst, wenn Frau Holle gerade Pause macht. Außerdem werden die Geräte und Fahrzeuge geputzt, damit das Salz nicht eintrocknet – das hat sich auch Christoph Holz von der Straßenmeisterei vorgenommen, wenn er mit der Tour fertig ist.

Einsatz bei Eis und Schnee im Raum Geislingen

Winterdienst Für den Winterdienst auf Bundes-, Landes- und Kreisstraßen im Raum Geislingen sind die Straßenmeistereien der Landkreise Esslingen und Göppingen zuständig. Der Bauhof in Geislingen übernimmt innerörtliche Straßen, in der Kernstadt und den Stadtbezirken.

Streugut Die neue Lagerhalle der Straßenmeisterei in Geislingen versorgt die Räumfahrzeuge, die außerorts fahren, mit Salz. Neben der mit Plexiglas verkleideten Holzkonstruktion steht ein Soletank mit Kaliumchlorid-Lösung bereit. Unter dem Gemisch aus 30 Prozent Lauge und 70 Prozent Salz löst sich auch bei unter minus 10 Grad Celcius Glatteis auf.