Amstetten Neue Zukunft für Alte Schule

Die Fenster sind schon raus, morgen erledigt der Abrissbagger den Rest: Die Alte Schule in Amstetten-Dorf ist bald Geschichte. Bis Jahresende soll an gleicher Stelle das neue Kultur- und Begegnungshaus stehen.
Die Fenster sind schon raus, morgen erledigt der Abrissbagger den Rest: Die Alte Schule in Amstetten-Dorf ist bald Geschichte. Bis Jahresende soll an gleicher Stelle das neue Kultur- und Begegnungshaus stehen. © Foto: Thomas Hehn
Amstetten / Thomas Hehn 05.04.2018
Die Tage der Alten Schule in Amstetten-Dorf sind gezählt. Das marode Gebäude macht Platz für eine neue Kultur- und Begegnungsstätte.

Lange haben die Amstetter überlegt und diskutiert, was aus ihrer Alten Schule im Dorf werden soll. Bereits 2011 machte sich der Gemeinderat Gedanken, wie man das inzwischen von Landfrauen und weiteren Vereinen genutzte alte Schulhaus für die aktuellen Bedürfnisse herrichten und energetisch sanieren könnte.

Erste Pläne gingen noch von einem Umbau aus. Nach einer Ortsbesichtigung kamen bei den Räten allerdings Zweifel auf, ob die von Ortsbaumeister für die Maßnahme veranschlagten 145  000 Euro am Ende tatsächlich reichen würden. Um sicher zu gehen, zog der Gemeinderat den Lonseer Architekten Raimund Stolz hinzu. Der sollte neben Umbau  und Sanierung auch die Kosten für einen Neubau untersuchen. Das Ergebnis war ernüchternd:  Statt der zunächst veranschlagten 145 000 Euro kam  der Architekt auf
340 000 Euro für den Umbau und 367 000 Euro für den Neubau. Angesichts der lediglich um 27 000 Euro höheren Kosten entschied sich der Gemeinderat  schließlich im Mai 2016 für Abriss und  Neubau.

Wann man das Vorhaben angehen können würde, stand allerdings in den Sternen. „Ohne Zuschuss ist  das Projekt eine Nummer zu groß für uns“, warnte Kämmerer Karlheinz Beutel. Nicht ohne Grund: Bereits ein Jahr zuvor war ein Antrag auf Fördergelder für den Umbau aus dem Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum (ELR) vom Regierungspräsidium abgelehnt worden. Und das mit dem Zusatz, dass die Gemeinde sich auch in den Folgejahren keine großen Hoffnungen machen solle.

Als die neun Pläne für die Alte Schule schon in der Schublade zu verschwinden drohten, erschien doch noch ein Lichtstreif am Horizont: Die letzte Chance, doch staatliche Gelder loszueisen, bot die EU und ihr Leader-Programm, das ebenfalls Projekte im ländlichen Raum fördert. Diesmal war der Antrag erfolgreich. Stattliche 250 000 Euro flossen aus dem Füllhorn der Europäischen Union auf die Alb. Angesichts dieser großzügigen Unterstützung konnten die Amstetter auch locker verkraften, dass auch die Kostenberechnung des Architekten nach einigen Änderungen sowie Vorgaben des Denkmalamtes inzwischen bei knapp 500 000 Euro angelangt war.

Die sollen nun aber endgültig reichen, versichert  Architekt Stolz. Die Ergebnisse der  Ausschreibung für die Bauarbeiten geben ihm Recht. Nach 14 von insgesamt 18 Gewerken  liegen die Angebote mit einer Vergabesumme von 346 600 Euro sogar knapp unter der Kostenberechnung in Höhe von 348 300 Euro.

Nun hoffen alle Verantwortlichen, dass die Firmen auch den ehrgeizigen  Zeitplan einhalten können. Morgen rückt der Abrissbagger an. Drei Wochen sind für den Abbruch der Alten Schule vorgesehen. Mitte April soll mit dem Rohbau begonnen werden und das neue Kultur- und Begegnungshaus noch vor dem Winter fertig sein.

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