Im Täle ist die ehemalige Bahntrasse längst bei Radlern und Fußgängern beliebt. Doch zwischen Geislingen und Bad Überkingen gehts bisher noch an vielbefahrenen Straßen und Industrieanlagen entlang. Das wird sich bald ändern: Seit Mittwoch ist der neue Radweg zwischen Albwerk und Y-Häusern offiziell eingeweiht. Nun entsteht sofort ein weiterer Abschnitt, der vom Zillerstall abseits der ehemaligen Trasse über einen bisherigen Wiesen-Trampelpfad nach Bad Überkingen führt - in Verlängerung des Eschenwegs. Am Mittwochs gabs deshalb Grund zur Freude. Gleich zweimal durften die Stadträte des Technischen Ausschusses anstoßen.

Reden, Gebäck und perlende Getränke: Sowohl beim Durchschneiden eines roten Bandes unweit der Paulinenstraße als auch beim Spatenstich an der Gemarkungsgrenze zu Bad Überkingen herrschte in sommerlicher Hitze Urlaubsstimmung. Gerade diese soll schließlich mit dem Radweg gefördert werden und - so Oberbürgermeister Wolfgang Amann - als "touristische Attraktion" Urlauber und Ausflügler an den Albtrauf locken.

Stele enthüllt

Dank großzügiger Zuschüsse von Land und Region sei es möglich gewesen, dieses Vorhaben zu realisieren. Daran soll auch eine Stele erinnern, die ebenfalls enthüllt wurde. Als erfreulich wertete es Amann, dass EU-Fördermittel zu erwarten sind zur Darstellung der vielfältigen Industriegeschichte Württembergs am Beispiel des Filstals. Geplant ist, oberhalb der Neuwiesen eine Aufenthaltsfläche zu schaffen, an der mit Schautafeln an das einstige Erzbergwerk erinnert wird.

Für Bad Überkingens Bürgermeister Matthias Heim ist der Radweg ein erfreuliches Beispiel für kommunale Zusammenarbeit. Allerdings, so gab er ebenfalls zu bedenken, wären derlei Projekte ohne Fördermittel nicht realisierbar. Thomas Kiwitt, Chefplaner der Region Stuttgart, erinnerte daran, dass Radeln auch ein Beitrag zur Steigerung der Attraktivität Geislingens. Hier lohne es sich, in die "extrem schöne Landschaft" zu investieren. In Verbindung mit günstigen Bahn-Tickets, wie es sie der Anschluss an den Verkehrsverbund Stuttgart (VVS) biete, könnten nun Familien ihre Fahrräder mit dem Zug nach Geislingen bringen und dann durchs Obere Filstal gefahrlos bis Wiesensteig radeln. Zwar hob auch OB Amann dies als ein attraktives Angebot hervor, gab jedoch zu bedenken, dass zum problemlosen Bahn-Transport von Fahrrädern ein barrierefreier Bahnhof gehöre. Amann betonte, dass der Radweg nicht nur Radlern und Fußgängern zugute komme, sondern auch Skatern, Scootern und Inlinern, zudem Rollstuhlfahrern und Gehbehinderten mit Gehwagen.

Wie sichs mit elektrischer Unterstützung fährt, probierten einige Stadträte mit Pedelecs aus. Es wurden auch einige gesichtet, die zwischen Einweihung und Spatenstich auf ihre Muskelkraft vertrauten.

Der dritte Akt fand wenig später im Sitzungssaal in der MAG statt: Dann vergab der Technische Ausschuss einstimmig die Bauarbeiten für den Bauabschnitt 3a des neuen Radwegs, vom Albwerk bis zur Heidenheimer Straße, an die Aalener Baufirma Rossaro für gut 215.000 Euro. Baubeginn soll laut Tiefbauchef Ulrich Weingart Anfang Juli sein, die Fertigstellung ist für Ende Oktober geplant. Zu Buche schlägt neben der LED-Beleuchtung (50.000 Euro) die Sanierung der Stahlbrücke über die Eyb. 175.000 Euro werden wohl die Entrostung und Neubeschichtung des Tragwerks, ein neues Geländer und Stahlbetonplatten als Fahrbelag kosten. Zu den 516.000 Euro Gesamtkosten für den Abschnitt erhält die Stadt 311.000 Euro Zuschuss.