Ein beliebter Treffpunkt ist im Mittelalter die Tafel. Was kommt denn auf den Tisch?

INES KOTTMANN: Vor allem das ärmere Volk isst Brei und Suppen und trinkt reichlich Bier und Wein, das beides allerdings recht schwach ist. Kartoffeln oder Tomaten gibt es im Mittelalter noch nicht. Wenn ein Tier geschlachtet wird, verwertet man fast alles davon. Heutzutage nach mittelalterlichen Rezepten zu kochen, ist allerdings gar nicht so einfach: Wo bekommt man schon noch Schweinskopf und Sauschwänzle her?

Fernsehen und Videospiele sind noch lange nicht erfunden. Wie vertreiben sich Menschen die Zeit?

Musik und Tanz sind sehr wichtig. Ein Spielmann unterhält die Leute mit Flötenmusik, spielt auf einem Vorläufer der Gitarre oder auf kleinen Harfen mit wenigen Saiten. Dazu tanzen Männer und Frauen - allerdings nur selten als Paar: Sie stellen sich in der Reihe oder im Kreis auf. Das ist trotzdem ein Heiratsmarkt: Bei Schritten und Drehungen kommen sich ausnahmsweise sogar Bauer und Kaufmannstochter näher. Die Tänze sind dabei so einfach, dass jeder mitmachen kann. Am Sonntag wollen wir auch die Besucher auf dem Helfenstein zu einem Tänzchen auffordern - dazu musiziert natürlich ein Spielmann.

Und womit spielen dann die Kleinen?

Aus Haselnusszweigen basteln die Kinder eine Art Rad, das sie mit Stecken durch die Gassen treiben. Am Sonntag können sie auf dem Helfenstein nach mittelalterlicher Methode Armbänder knüpfen. Außerdem begegnen sie einem Ritter mit Kettenhemd, Helm und Schwert.

Zurück zur Tafel: Was gehört da auf keinen Fall hin?

Plastikflaschen, Handys und Armbanduhren. Wir hoffen, dass die Sonne scheint, damit wir uns nach ihrem Stand richten können.