NACHGEFRAGT: Wie gefährlich ist das Zika-Virus?

Dr. Alexandra Lang: Das Zika-Virus schädigt möglicherweise das Gehirn von Föten.
Dr. Alexandra Lang: Das Zika-Virus schädigt möglicherweise das Gehirn von Föten. © Foto:  
SWP 20.02.2016
In Südamerika grassiert das Zika-Virus. In Deutschland ist der Erreger noch keine Gefahr, sagt Dr. Alexandra Lang vom Gesundheitsamt.

Was verbirgt sich hinter dem Zika- Virus, und wo kommt es her?

LANG: Das Zika-Virus ist ein Flavivirus. 1947 wurde es erstmals aus einem Affen im Zika-Wald in Uganda isoliert, daher kommt auch der Name. Es wurde in der Vergangenheit von einzelnen Infektionen in Ländern Afrikas und Südostasiens berichtet. Größere Ausbrüche gab es 2007 in Mikronesien und 2013 in Französisch Polynesien. Seit Anfang 2015 treten vermehrt Infektionen in Mittel- und Südamerika auf.

Wie könnte es in unsere Region gelangen?

Die Erkrankungsfälle in Deutschland betreffen Reiserückkehrer. Das Virus wird hauptsächlich durch den Stich infizierter Mücken übertragen. In den betroffenen Gebieten geschieht dies durch die Gelbfiebermücke, die es in Deutschland nicht gibt. Eine verwandte Art, die asiatische Tigermücke, wurde vereinzelt in Süddeutschland gefunden. Ob die das Zika-Virus übertragen kann, ist noch nicht bekannt. Daher ist die Gefahr einer Ausbreitung aktuell in Deutschland extrem gering. Es gibt aber Hinweise darauf, dass die Viren über Samenflüssigkeit und Blutprodukte übertragen werden. Rückkehrer sollten zum Schutz des Partners mindestens zwei Wochen lang nach der Rückkehr Kondome benutzen. Blutspendern wird geraten, Reisen beim Blutspendedienst anzugeben und bis zu vier Wochen nach Reiserückkehr von einer Blutspende abzusehen.

Welche Symptome treten als Folge einer Ansteckung auf?

Eine Infektion äußert sich durch Fieber, Hautausschlag, Gelenkschmerzen und einer Entzündung der Augenbindehaut. Seltener können auch Muskel- und Kopfschmerzen oder Erbrechen auftreten. Allerdings verlaufen Infektionen häufig ohne oder nur mit milden Symptomen. Es wird angenommen, dass eine Infektion in der Schwangerschaft beim Fötus zu Fehlbildungen des Gehirns führen kann.